Istanbul: 99 Zugführerinnen bei der Metro

21.9.2020 18:16 Uhr

Die Zahl der weiblichen Zugführer stieg bei der Istanbuler Metro auf 99. Entschlossene sowie erfolgreiche Frauen berichten über ihr Leben als Fahrerinnen in der Türkei.

Ihre Geschichten sind beeindruckend: Viele Menschen und „Außenstehende“ würden denken, dass sich die Arbeit der Zugfahrer nur auf ihre Fahrerkabinen beschränken würden, doch es sei laut den Angaben der weiblichen Fahrerinnen viel mehr als das. Das Leben zahlreicher Menschen würde von ihrer Arbeit abhängen und es sei eine große Verantwortung, die Menschen sicher und zeitgerecht an ihre Ziele zu bringen.

Harte Ausbildung

Bei der Metro in Istanbul stieg die Anzahl der weiblichen Zugfahrer von 88 auf 99. Die Gesamtzahl der Lokführer in der Türkei würde somit insgesamt 772 betragen, von denen nun 13 Prozent weiblich seien.

Gamze A. ist eine der neuen Zugfahrerinnen in Istanbul und ist eigentlich eine ausgebildete Notfallmedizinerin. Sie arbeitete 3 Jahre lang in dem Beruf im privaten Sektor, wurde aber später arbeitslos. Im November 2019 bewarb sie sich als Zugfahrerin und wurde im Dezember zu einem mündlichen Interview eingeladen. Über ihren neuen Job berichtete sie: „Als sie mich anriefen, zögerte ich zunächst sehr, ob ich es als Zugfahrerin schaffen könnte. Schließlich ist es ein anderer Job als der, den ich studiert habe. Es gab eine strenge Ausbildungszeit von 4 Monaten und dieser Job bedeutete eine große Verantwortung für mich. Immerhin hat man auch hier die Verantwortung für die Leben anderer Menschen in der Hand.“

Frau am Steuer?

Laut den Angaben der Zugfahrerinnen würden die Passagiere auf weibliche Fahrer verwirrt reagieren. Einige Passagiere würden in der Türkei beim Betreten in den Zug zweimal nachschauen, um sicherzugehen, ob wirklich eine Frau am Steuer sei.

„Wenn wir die Plattform betreten, schauen die Passagiere direkt auf den Fahrersitz. Sie schauen sogar ein zweites Mal nach, um nachzuschauen, ob ernsthaft eine Frau am Steuer sitzt. Es gibt viele Leute, die durch die Tatsache verwirrt sind, dass wir als Frauen im Fahrersitz sitzen“, fügte Gamze A. hinzu.

„Wir sind stark“

Die Fahrerinnen der Istanbuler Metro lassen sich allerdings nicht unterkriegen. Mit dem Motto „Wir sind stark“ wollen sie den Menschen nun bewusst machen, dass auch eine Frau den Job erledigen kann. Sie sind der Ansicht, dass Frauen alle Berufe ausüben können, die Männer auch erledigen können, solange sie nur entschlossen genug sei.

(gi)

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