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Ist Sonnencreme schädlicher als UV-Strahlung?

20.4.2019 14:33 Uhr

Seit Beginn des Marketings für Sonnenschutz steigt die Zahl der Hautkrebserkrankungen. Etwa weil die Sonne immer stärker strahlt? Zum Schutz vor Hautkrebs verursachender UV-Strahlung soll man sich gerade bei intensiver Sonnenstrahlung regelmäßig eincremen. Hautärzte und Apotheker raten dazu. Allerdings ist bei der Wahl des Sonnenschutzmittels ein genauerer Blick auf die Inhaltsstoff ratsam.

Anlass geben Warnungen von Toxikologen, die nicht nur infrage stellen, dass diese Produkte schützen, sondern auch auf gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe hinweisen.

Vitamin D ist lebensnotwendig

Die Wirkung von Sonnenlicht ist schon nach wenigen Sekunden spürbar. Es tut einfach so gut, das Gesicht in die Sonne zu halten, insbesondere nach ein paar tristen Regentagen oder gar nach einem langen Winter. Das Sonnenlicht aktiviert das Glückshormon Serotonin. Außerdem regt es die Produktion von Vitamin D im Organismus an. Ein Mangel kann verschiedene Autoimmunkrankheiten begünstigen, z. B. Diabetes Typ 1, Multiple Sklerose und Morbus Chron. Darüber hinaus wird ein Mangel mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz, Depressionen und verschiedenen Krebsarten in Verbindung gebracht. Auch mit Hautkrebs. So gesehen schützt das durch UV-Strahlung erst ermöglichte Vitamin D selbst in Maßen vor UV-Strahlung.

Gar nicht so schlechte und "ziemlich böse" Strahlung

Sonnenstrahlung ist nicht gleich Sonnenstrahlung. Unterschieden wird vor allem in UVA und UVB. Erstere dringt bis in die unteren Hautschichten vor und ist für Langzeitschäden in Form von Hautkrebs verantwortlich. Dahingegen gelangen die schwächeren UVB-Strahlen lediglich in die oberen Hautschichten. Zwar können sie Sonnenbrand verursachen, sie regen allerdings auch die Vitamin-D-Produktion an.

So wäre es sinnvoll, wenn Sonnenschutzmittel UVA-Strahlen blocken und UVB-Strahlen geschwächt auf die Haut lassen würden. Verschiedenen Tests zufolge verhält es sich aber genau andersherum: Insbesondere Produkte mit hohem Lichtschutzfaktor blocken lediglich die durchaus auch nützliche UVB-Strahlung und bringen die Produktion von Vitamin D zum Stagnieren.

Inhaltsstoffe unter die Lupe genommen

Eine Reihe von Sonnenschutzlotionen enthält den Lichtschutzfilter Oxybenzon, der im Verdacht steht, Zellschädigungen und Hautkrebs zu verursachen. Auch das weltweit fatale Phänomen der Korallenbleiche soll Oxybenzon bedingen. In der Kritik steht darüber hinaus der Wirkstoff Retinylpalmitat. Bei direkter Sonnenstrahlung soll er das Hautkrebsrisiko sogar erhöhen.

Die UV-Blocker Titanoxid und Zinkoxid wurden ebenfalls unter die Lupe genommen. Ersteres kann die DNA schädigen und mitverantwortlich für die Entstehung von Alzheimer, Epilepsie und Autismus sein. Von Zinkoxid nimmt man zum einen an, dass es Darm- und Hirnzellen abtötet. Zum anderen soll es bei direkter Sonnenstrahlung eine chemische Reaktion auslösen, bei der freie Radikale, welche die DNA angreifen, gebildet werden.

Mineralische UV-Filter

Weil wir unsere Energie aus dem Sonnenlicht beziehen und es für uns lebensnotwendig ist, stellt das Meiden des Sonnenlichts keine Alternative dar. In Maßen sollten wir es genießen. Ein zehn bis 15-minütiges Sonnenbad – am besten morgens oder abends, ohne Sonnenschutz – genügt, um den täglichen Vitamin-D-Bedarf aufzustocken. Für längere Zeit in der Sonne empfehlen sich Naturkosmetikprodukte mit mineralischen UV-Filtern. Entsprechende Kleidung und ein Sonnenhut sorgen für weiteren Schutz.

(jk)