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Israelischer Minister will Homosexualität heilen

14.7.2019 18:03 Uhr

Mit Äußerungen über das "Umpolen" Homosexueller und die Annexion des Westjordanlands hat der israelische Erziehungsminister für Empörung gesorgt. Rafi Perez von der Siedlerpartei sagte dem israelischen Fernsehen: "Ich will, dass die israelische Souveränität auf ganz Judäa und Samaria (Westjordanland) ausgeweitet wird."

Man wolle sich auch um die palästinensischen Einwohner kümmern, "aber sie werden keine politische Entscheidungsfähigkeit haben", sagte Perez bei dem Interview am Samstagabend. Sie sollten kein Wahlrecht erhalten.

Linksorientierte Oppositionspolitiker warfen Perez vor, er strebe einen Apartheidstaat an. Vor der Parlamentswahl im April hatte der rechtskonservative Regierungschef Benjamin Netanjahu bereits Pläne zur Annektierung israelischer Siedlungsgebiete im Westjordanland bekräftigt. Auch der US-Botschafter David Friedman hatte im vergangenen Monat der "New York Times" gesagt: "Ich denke, dass Israel unter gewissen Umständen das Recht hat, einen Teil, aber wahrscheinlich nicht alles, vom Westjordanland zu behalten."

Veröffentlichung des US-Friedensplans

In den kommenden Monaten wird mit der Veröffentlichung eines US-Friedensplans zur Lösung des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern gerechnet.

Israel hatte 1967 im Sechstagekrieg unter anderem den Gazastreifen, das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Die Palästinenser wollen diese Gebiete für einen eigenen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt.

Perez, ein orthodoxer Rabbiner, sprach sich ebenfalls für umstrittene Konversionstherapien für Homosexuelle aus. Der offen schwule Justizminister Amir Ochana verurteilte diese Äußerungen bei Twitter: "Ernsthafte psychologische Studien sind sich einig, dass man die sexuelle Ausrichtung nicht ändern kann und dass solche Therapien Jugendlichen Schmerz und Leid zufügen können, bis hin zu Selbstmordgedanken." Auch Netanjahu distanzierte sich von den Äußerungen des Erziehungsministers in dieser Frage.

(an/dpa)