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Israel: Tunnel der Hisbollah verstoßen gegen UN-Resolution

19.12.2018 20:45 Uhr

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind die Tunnel, die im Grenzgebiet zwischen Israel und Libanon gegraben wurden, ein "ernsthafter Verstoß" gegen mehrere UN-Resolutionen. Der Chef der UN-Friedensmissionen, Jean-Pierre Lacroix, warnte am Mittwoch vor "provokativen Handlungen" und "verstärkter Rhetorik" in dem Konflikt. Israel hatte der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah vorgeworfen, die "grenzquerenden Angriffstunnel" gegraben zu haben.

Ermittler der dort stationierten Unifil-Mission hatten zuvor die Existenz von vier Tunneln bestätigt, von denen mindestens zwei die sogenannte Blaue Linie und damit die Grenze nach Israel überqueren. Laut Lacroix liegen die Tunnel etwa 30 bis 45 Meter unter der Erde, sind schwer zu finden und befinden sich in einer für beide Staaten sensiblen Gegend.

Hisbollah soll über mehr als 100.000 Raketen verfügen

Israel kündigte eine Zerstörung der Tunnel an. Dies hat Sorgen vor einem neuen Waffengang mit der Hisbollah genährt, die nach Schätzungen über mehr als 100.000 Raketen verfügt. Zuletzt war es 2006 zu einem rund einmonatigen Krieg zwischen beiden Seiten mit insgesamt mehr als 1300 Toten gekommen. Offiziell befinden sich Israel und der benachbarte Libanon weiter im Krieg.

Eine UN-Resolution von 2006, die das Ende des Krieges vorangebracht hatte, fordert unter anderem eine Achtung der Blauen Linie. Automatische Konsequenzen hätte ein Verstoß gegen diese Resolution nicht. Ein Land mit Sitz im Sicherheitsrat - etwa die USA als Israels Verbündeter - könnten den Verstoß aber bemängeln und beispielsweise Sanktionen gegen den Libanon fordern. Mit dieser Forderung hatte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei US-Außenminister Mike Pompeo Medienberichten zufolge zuletzt aber keinen Erfolg.

(an/dpa)