Symbolbild: epa/Haitham Imad

Israel baut neuen Grenzzaun

3.2.2019 14:34 Uhr

Israel hat mit dem Bau einer neuen Sperranlage an der Grenze zum Gazastreifen begonnen. "Die Sperranlage wird das Eindringen von Terroristen aus dem Gazastreifen nach Israel verhindern", sagte der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu am Sonntag nach Angaben seines Büros.

Das Verteidigungsministerium teilte mit, die Sperranlage solle dort verlaufen, wo eine unterirdische Sperrmauer zum Gazastreifen bereits fertiggestellt sei. Der überirdische Teil solle ein sechs Meter hoher Zaun sein, der 65 Kilometer entlang der Grenze zu dem Palästinensergebiet verlaufen werde. Die Anlage bestehe aus verzinktem Stahl mit einem Gewicht von 20 000 Tonnen.

Netanjahu warnte zu Beginn der wöchentlichen Kabinettssitzung vor neuen Unruhen an der Gaza-Grenze. "Wenn es im Gazastreifen nicht ruhig bleibt, werden wir sogar in der Wahlperiode Entscheidungen treffen und nicht zögern, aktiv zu werden", sagte er. Israel wählt am 9. April ein neues Parlament.

Demonstranten fordern Ende der Blockade

Seit März vergangenen Jahres ist es an der Gaza-Grenze immer wieder zu gewaltsamen Protesten gekommen, bei denen der bestehende Grenzzaun immer wieder beschädigt wurde. Bei Konfrontationen mit israelischen Soldaten sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza mehr als 250 Palästinenser getötet und Tausende verletzt worden. Die Demonstranten fordern unter anderem ein Ende der seit mehr als einem Jahrzehnt andauernden Blockade des Palästinensergebiets am Mittelmeer.

Israel und Ägypten begründen die Blockade mit Sicherheitsinteressen. Die im Gazastreifen herrschende Hamas wird von der EU, Israel und den USA als Terrororganisation eingestuft. Im Gazastreifen leben rund zwei Millionen Menschen unter schwierigen Bedingungen. Es mangelt unter anderem an Trinkwasser und Strom.

Eine Delegation unter Leitung des Hamas-Chefs Ismail Hanija reiste am Sonntag zu Gesprächen nach Kairo. Nach Ansagen seines Büros sollte es dabei um eine im November von Ägypten vermittelte Waffenruhe mit Israel sowie die bisher erfolglosen Bemühungen um eine Versöhnung mit der Fatah-Organisation des Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas gehen.

(an/dpa)