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Island schickt die Türkei mit 2:1 nach Hause

11.6.2019 23:22 Uhr, von Chris Ehrhardt

Voller Euphorie reiste die Türkei mit einem 2:0-Heimsieg gegen Weltmeister Frankreich im Gepäck nach Reykjavik, um dort möglichst auch drei Punkte zu holen und einen entscheidenden Schritt zur Euro2020 zu kommen. Doch damit waren die Wikinger von Island nicht einverstanden und spielten weit aggressiver als der amtierende Weltmeister. Am Ende war es dann ein 2:1-Heimsieg der Isländer, die damit nach Punkten zur Türkei aufschlossen. Frankreich zog mit einem 4:0-Auswärtssieg in Andorra wieder an der Türkei in der Gruppe H vorbei.

Man sah sehr schnell, das Spiel in Reykjavik würde wesentlich anders als das Spiel in Konya gegen Frankreich laufen. Die Isländer waren mental gut drauf, gingen auf Ball und Gegner, hatten den Zug zum Tor und legten eine gänzlich andere Körpersprache als die Franzosen an den Tag. Immer wieder zeigten sich die Nordmänner gefährlich vor dem Tor von Mert Günok und in der 21. Minute zappelte dann der Ball erstmals in Netz der Türkei. Freistoß aus dem Halbfeld auf der rechten Angriffsseite der Isländer und Johann Gudmundsson trat die Kugel lang auf den zweiten Pfosten. Dort stand der hochgewachsene Verteidiger Ragnar Sigurdsson sträflich vernachlässigt und bestrafte die Nachlässigkeit der türkischen Hintermannschaft per Kopf – 1:0.

Doppelpacksson von Ragnar Sigurdsson

Und die Northmen setzten weiter nach, hatten Hunger auf drei Punkte. In der 28. Spielminute erklärte der andere Sigurdsson, der Gylfi, Demiral zum Mitläufer und Statisten, scheiterte dann aber an Mert im Kasten. Doch drei Minuten später schlug der nordische Blitz erneut im türkischen Kasten ein. Und wieder war es Ragnar – nicht der Lodbrok aus Vikings, sondern der Sigurdsson – der in der 31. Minute den Kopf richtig hinhielt. Gylfi Sigurdsson mit der Ecke, fein gezirkelt auf Birkir Bjarnaso, der mit dem Kopf an den zweiten Pfosten verlängerte, wo erneut der Ragnar lauerte – Doppelpacksson und 2:0.

Die Türkei wurde daraufhin etwas offensiver und merkte, wenn sie sich in Reykjavik weiter verstecken würde, könnte das eine böse Packung geben. So fiel dann auch der Anschlusstreffer eigentlich eher aus dem Nichts nach einer Standardsituation. Kahveci mit der Ecke von der rechten Seite in der 41. Minute und dann war Dorukhan Toköz mit dem Kopf zur Stelle – 2:1. Unhaltbar für Keeper Hannes Halldorsson. Mir der knappen Führung ging es dann auch in die Pause.

Island stand hinten sicher

Die zweite Hälfte ist im Grunde schnell erzählt. Island brachte seine Abwehrstärke ins Spiel, die Türkei operierte viel zu halbherzig auf das Tor der Wikinger und bis auf eine Halbchance kurz vor Schluss, als Demiral in der 80. Minute völlig alleine stehend aus weniger als 16 Metern einen Spatzen(sson) von Dächern schießen wollte, war nicht drin. Somit blieb es beim 2:1 und drei Punkten für die Isländer.

Die Türkei ist damit wieder in der Realität angekommen und spürt den Atem der Isländer im Nacken. Die Tabellenführung hat man an Frankreich verloren, denn der Weltmeister frühstückte den Nachbarn Andorra auswärts mit 4:0 ab und setzte sich in der Tabelle wieder auf den Platz an der Sonne. Bei den kommenden Spielen muss man sich seitens der Türkei ganz dringend wieder steigern, sonst bleibt am Ende statt der Teilnahme an der EM nur die goldene Geschirrbürste übrig.

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