epa/Koen van Weel

Islamischer Staat setzt zunehmend auf Frauen

14.6.2019 15:40 Uhr

Einer Studie von Europol zufolge setzte der Islamische Staat zunehmend auf Frauen im Dschihad. Seit den Verlusten des IS in Syrien würden Frauen auch zunehmend zum Kampf mit der Waffe aufgerufen und würden die weiblichen Kämpferinnen gefeiert, sagte Europol-Direktorin Catherine De Bolle am Freitag in Den Haag.

Im vergangenen Jahr waren 15 Prozent der in der EU verurteilten ehemaligen IS-Kämpfer Frauen.

Frauen für den IS unverzichtbar

"Frauen wurden für den IS unverzichtbar sowohl in Kampfgebieten als auch im Westen", sagte De Bolle. Die Terrororganisation stelle es als "moralische Pflicht" der Frauen dar, sich am Dschihad zu beteiligen. Experten des Anti-Terrorismus-Zentrum von Europol hatten die Online-Propaganda des IS analysiert.

Trotz einer aktiven Rolle für Frauen habe sich aber die Ideologie des IS nicht geändert. Danach hätten Frauen vorrangig die Aufgabe, Kinder zu bekommen und sie im Sinne des IS zu erziehen. Das Leben beim IS werde in allen Härten dargestellt. Aber als Belohnung werde ihnen "der Weg ins Paradies versprochen", sagte die Direktorin.

(an/dpa)