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ISE 100 im Plus: Was macht den türkischen Aktienindex für deutsche Anleger interessant?

22.2.2021 12:26 Uhr

Deutsche und türkische Anleger investieren immer öfter in den ISE 100, den Leitindex der Türkei. Dieser konnte, genau wie der DAX, in den vergangenen Jahren Höchstwerte verzeichnen. Was hat es mit den beiden Indizes auf sich, wie schlagen sie sich aktuell und warum sind die beiden Indizes bei Anlegern beider Länder jeweils so populär?

Der DAX

Anleger waren 2020 in guter Stimmung. Trotz der Turbulenzen an der Börse konnte sich der DAX, der wichtigste Aktienindex Deutschlands, im vergangenen Jahr äußerst robust zeigen. Während die Kurse im Frühjahr kurzfristig einbrachen, erholten sie sich im Verlaufe der zweiten Jahreshälfte immer mehr – das Jahr 2021 begann der DAX mit neuen Höchstständen. Unter anderem aufgrund dieser Robustheit bei Krisen ist der DAX unter Anlegern so beliebt. Dies hat sich in der Vergangenheit bereits oft gezeigt: Der DAX, der 1988 erstmals in Frankfurt veröffentlicht wurde, war von Anfang an das wirtschaftliche und finanzielle Zentrum Deutschlands und legte in seinen Anfangsjahren bereits 60 Prozent an Wert zu. Die Jahre nach dem Mauerfall zeigten sich für den DAX komplex und der Boom am Ende der 90er Jahre wurde von der Dotcom-Blase im Jahr 2000 und dem folgenden Crash 2003 abgelöst. Spätestens seit dem Ende der weltweiten Finanzkrise des Jahres 2008 – und insbesondere seit dem Jahr 2013 – geht es für den DAX jedoch vor allem in eine Richtung: nach oben. Auch Anfang 2021 sind Werte über 13.000 Punkte zur Normalität geworden, und so startete der Index mit einem neuen Rekord ins Jahr 2021. Durch den Erfolg des DAX und dem daraus entstandenen Vertrauen deutscher Anleger, wurden diese allgemein offener für Aktien und Indizes. Dies zeigt sich aktuell auch an einer ganz besonderen Stelle: der Vorliebe der Deutschen zum türkischen ISE 100.

Bildquelle: Pixabay

Der ISE 100

Der ISE 100 ist das türkische Pendant zum DAX. ISE steht für „Istanbul Stock Exchange“. Der Index fasst die 100 größten türkischen Werke nach Marktkapitalisierung gewichtet zusammen und bildet so die wirtschaftliche Entwicklung der Türkei akkurat nach. Berechnet wird der Index seit dem 1. Januar 1986, die Indexbasis lag zum Start damals bei 100 Punkten, durch einen Indexsplit im Jahr 1996 wurde der damalige Basiswert aber auf einen Punkt festgelegt. Im Verlauf der letzten 30 Jahre konnte der ISE 100 sich äußerst positiv entwickeln: Zum Jahreswechsel 2021 kletterte er zum ersten Mal über die Marke von 1.500 Punkten, was einen deutlichen Höchstwert darstellt. Selbst die Turbulenzen an den Börsen Anfang 2020 konnten den Siegeszug des ISE 100 kaum beeinträchtigen. Der Grund: Die türkische Wirtschaft ist robuster als je zuvor. In den vergangenen Jahren hat die Türkei große Fortschritte beim Thema Digitalisierung und dem Wandel von der Industrie- zur Informationsgesellschaft gemacht. Was Anleger vor allem überzeugt, sind die langfristigen Aufwärts-Tendenzen, die nun bereits seit mehr als fünf Jahren auch in Deutschland für Aufsehen sorgen. Klar ist: Türkei-Anleger konnten nicht nur in der Vergangenheit profitieren, sondern werden dies vermutlich auch in Zukunft weiter tun. Und genau deshalb ist die Investition in den ISE 100 auch in Deutschland so populär. Denn für ein breit gestreutes Portfolio stellt er eine gute Ergänzung zu europäischen Indizes wie dem DAX dar.

Fazit

Der DAX und der ISE 100 haben sich in den vergangenen Jahren als äußerst robuste Anlagemöglichkeiten gezeigt. Beide Indizes bilden die wirtschaftliche Entwicklung des jeweiligen Landes ab. Anleger beider Länder profitieren von den guten Kursentwicklungen der Indizes - und es ist kein Wunder, dass sowohl deutsche Anleger ihr Portfolio mit dem ISE bereichern, als auch türkische Investoren ihres mit dem DAX. Diese Entwicklung sollte so schnell nicht aufhören - denn auch 2021 zeigen die beiden Aktienindizes sich mehr als robust.

(Hürriyet.de)

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