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IS-Terroranhänger in Wien verhaftet

27.3.2019 11:23 Uhr

Am 07. Oktober 2018 sollten auf der ICE-Strecke von Nürnberg nach München Anschläge verübt werden. Über die Bahnstrecke wurde ein Stahlseil gespannt, es wurden Holzkeile auf den Schienen gefunden, die den Zug entgleisen lassen sollten und es gab ein Bekennerschreiben in arabischer Sprache. Ein IS-Sympathisant wurde am Montag in Wien unter dringendem Tatverdacht festgenommen.

Nach ICE-Anschlägen in Bayern und in Berlin ist ein mutmaßlicher Sympathisant der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Wien festgenommen worden. Der 42-Jährige Iraker gelte als dringend tatverdächtig, teilten die Ermittler in München und Berlin am Mittwoch mit. Er soll am 7. Oktober auf der ICE-Strecke Nürnberg-München und im Dezember in Berlin-Karlshorst Anschläge auf den Bahnverkehr verübt und dabei unter anderem eine IS-Flagge hinterlassen haben.

Dschihadisten-Unterstützer am Montag festgenommen

Menschen kamen durch die Anschläge nicht zu Schaden. Bei dem Anschlag im bayerischen Allersberg soll der Mann mit Metallteilen verstärkte Holzkeile auf den Gleisen aufgebracht haben, um einen ICE zum Entgleisen zu bringen. Ein Zug überfuhr die Hindernisse und wurde dabei leicht beschädigt. In Tatortnähe entdeckten die Ermittler in arabischer Sprache verfasste Drohschreiben und Schmierschriften mit IS-Bezug. Bei dem vergleichbaren Anschlag in Karlshorst entdeckten die Ermittler ebenfalls Schriftstücke und eine IS-Flagge.

Der Tatverdächtige sei am Montag festgenommen worden. Gegen ihn liegt demnach ein Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Wien unter anderem wegen des Verdachts terroristischer Straftaten, des versuchten Mordes, der schweren Sachbeschädigung und der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor. Vom Amtsgericht München liege ein Haftbefehl wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlichem Eingriff in den Bahnverkehr vor.

Was bisher zum mutmaßlichen Terroristen bekannt ist

Der festgenomme Iraker soll verheiratet sein und fünf Kinder haben, Tätig war er als Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma, die auch Zugang zu sensiblen Bereichen wie Malls oder auch Fußballstadien hatte. Der Beschuldigte hat dem Vernehmen nach 15 Jahre seinen Dienst in der irakischen Armee versehen und war entsprechend an Waffen trainiert. Über seine Profile in den Social Media soll der Mann IS-Anschläge verherrlicht haben und galt es extremistischer IS-Fan. Zudem soll er auf seinen Social Media Accounts Saddam Hussein gehuldigt und ihn als "Präsidenten der Märtyrer" gefeiert haben.

Auf die Spur ist man ihm gekommen, weil einige Bekennerschreiben nicht nur identisch waren, was den Duktus angeht, sondern auch vom gleichen Drucker aus gedruckt wurden. Und über den Drucker konnte man den mutmaßlichen Täter transparent machen. Die Behörden in Wien können nicht ausschließen, dass der Tatverdächtige Teil einer mehrköpfigen Terrorzelle ist. Derzeit wird er Intensivverhören im Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung in Österreich, LVT, unterzogen.

(ce/afp)