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Iranischer General bei von Trump angeordnetem Raketenangriff getötet

3.1.2020 9:00 Uhr

Die Situation im Iran verschärft sich, nachdem der iranische General Kassem Soleimani bei einem von US-Präsident Trump angeordneten Raketenangriff getötet wurde. US-Bürger wurden nun dazu aufgerufen, den Irak sofort zu verlassen.

Das Pentagon teilte mit, dass der in der Nacht zum Freitag geführte Angriff von Präsident Donald Trump angeordnet worden sei. Bei der Tötung des Generals Kassem Soleimani habe es sich um eine "defensive" Maßnahme zum Schutz von US-Personal im Ausland gehandelt.

Die iranischen Revolutionsgarden hatten zuvor den Tod des einflussreichen Generals bestätigt. Soleimani war der Kommandant der Al-Kuds-Brigade für Auslandseinsätze der Revolutionsgarden.

Auch ein Miliz-Führer getötet

Getötet wurde bei dem Raketenangriff nahe des Flughafens auch der Vizechef der Hasched-al-Schaabi-Milizen, Abu Mahdi al-Muhandis, wie die Milizen selber mitteilten. Nach Angaben aus irakischen Sicherheitskreisen wurden bei dem Angriff insgesamt mindestens acht Menschen getötet.

Den getöteten al-Muhandis hatte US-Außenminister Mike Pompeo am Mittwoch beschuldigt, einer der Verantwortlichen für den Sturm auf die US-Botschaft in Bagdad gewesen zu haben. Er habe den Angriff auf die Botschaft zusammen mit drei anderen Männern organisiert.

Tausende pro-iranische Demonstranten hatten am Dienstag das Botschaftsgelände gestürmt. Dabei durchbrachen Kämpfer und Anhänger der Hasched-al-Schaabi-Milizen die Außenmauer des Geländes. Die Demonstranten protestierten gegen US-Luftangriffe auf die Hisbollah-Brigaden, bei denen am Sonntag 25 Kämpfer getötet worden waren. Die Hisbollah-Brigaden sind im Irak Teil der Hasched-al-Schaabi-Milizen.

Schiitenführer Moktada al-Sadr reaktiviert Anti-US-Miliz

Der einflussreiche irakische Schiitenführer Moktada al-Sadr hat nach dem tödlichen US-Angriff auf den iranischen Elite-General Kassem Soleimani seine Anti-US-Miliz wieder zum Kampf gerufen. Über den Kurzbotschaftendienst Twitter rief er die Kämpfer seiner vor gut einem Jahrzehnt offiziell aufgelösten Mahdi-Armee am Freitag auf, sich "bereit zu halten". Während der jahrelangen US-Präsenz im Irak war die etwa 60.000 Mann starke Mahdi-Armee von al-Sadr lange der mächtigste Gegner der US-Truppen.

Al-Sadr hatte die Mahdi-Armee nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Saddam Hussein durch die US-Invasion 2003 gegründet. Nach wochenlangen Kämpfen um ihre Hochburg Sadr-City im Frühjahr 2008 löste er die Miliz auf und gründete eine politische Bewegung.

Der populistische Volkstribun und Prediger spielt seit Jahren eine zentrale Rolle in der Politik im Irak. Mit einem einzigen Tweet kann er Hunderttausende auf die Straße rufen.

(be/afp)

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