epa/Eoin Blackwell

Iranisch-kurdischer Flüchtling erhält wichtigen australischen Literaturpreis

31.1.2019 13:39 Uhr

Ein Flüchtling, der seit Jahren auf einer entlegenen Pazifik-Insel festsitzt, erhält einen der wichtigsten Literaturpreise Australiens. Der iranische Kurde Behrouz Boochani bekam am Donnerstag in Melbourne den Literaturpreis des Bundesstaats Victoria zugesprochen.

Die Auszeichnung ist mit 100 000 australischen Dollar (etwa 63 500 Euro) dotiert. Boochani konnte sie nicht selber entgegennehmen. Er darf die Insel Manus, wo er seit 2013 lebt, nicht verlassen.

Buch über SMS an Verleger geschickt

Der Asylbewerber bekam den Preis für sein Buch "No Friend But the Mountains: Writing from Manus Prison" (in etwa: "Kein Freund außer den Bergen: Texte aus dem Gefängnis Manus"), wie die Regierung des Bundesstaats mitteilte. Zudem wurde sein Erstlingswerk mit dem Preis als bestes Sachbuch bedacht, dotiert mit weiteren 25 000 Dollar (knapp 16 000 Euro). Boochani schrieb das Buch nach Angaben seines Verlags mit SMS-Nachrichten, die er aus Manus schickte.

Die Insel gehört zu Australiens Nachbarland Papua-Neuguinea. Australien bringt dort seit 2013 Asylsuchende aus verschiedenen Staaten unter, die mit Booten versucht hatten, ins Land zu kommen. Die Bedingungen dort werden von Ärzten und Flüchtlingshelfern als menschenrechtswidrig angeprangert.

(an/dpa)