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Iran verkündet unbegrenzte Uran-Anreicherung

5.1.2020 19:54 Uhr

Die nächste Stufe der Eskalation in der Iran-Krise ist erreicht: der Iran verkündete am Sonntag, dass man sich dem Wiener Atomabkommen von 2015 künfitg nicht mehr verpflichtet sieht.

Der Iran will sich künftig nicht mehr an die Begrenzung der Zahl der Zentrifugen für die Urananreicherung halten. Dies sei die "fünfte und letzte Phase" des Rückzugs aus dem Atomabkommen, teilte die iranische Regierung am Sonntag mit. Ihre Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) werde sie aber fortsetzen wie bisher.

Gewalteskalation in der Golfregion

Die Ankündigung erfolgte zwei Tage nach der gezielten Tötung des einflussreichen iranischen Generals Soleimani durch einen US-Drohnenangriff im Irak. Der Iran drohte daraufhin Vergeltung an, international wird eine Gewalteskalation in der Golfregion befürchtet.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums hatte zuvor mitgeteilt, nach der Tötung des Generals würden noch "einige Änderungen" an der eigentlich bereits getroffenen Entscheidung zur "fünften Etappe" des schrittweisen Rückzugs vorgenommen.

Die USA waren im Mai 2018 aus dem Atomabkommen ausgestiegen und hatten neue Sanktionen gegen den Iran verhängt, obwohl sich Teheran bis dahin an alle Bestimmungen der Vereinbarung gehalten hatte. Als Reaktion auf die US-Politik des "maximalen Drucks" begann Teheran im Mai mit dem schrittweisen Rückzug aus dem Abkommen.

Das gab die iranische Regierung nach Angaben der Nachrichtenagentur Irna am Sonntagabend in einer Presseerklärung bekannt. Damit werde der Iran nun sein Atomprogramm unbegrenzt weiterführen und auch Uran unlimitiert anreichern.

Zuletzt aktualisiert : 5.1.2020, 20:05:03

(be/dpa/afp)

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