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Iran testet neuen Marschflugkörper

3.2.2019 14:38 Uhr

Eine Woche vor dem 40. Jahrestag der islamischen Revolution hat der Iran einen neuen Marschflugkörper getestet. Verteidigungsminister Amir Hatami sagte, der Marschflugkörper mit der Bezeichnung "Howejseh" und einer Reichweite von 1350 Kilometern sei nach dem erfolgreichen Test am Samstag den Revolutionsgarden übergeben worden.

Er sei von Rüstungsexperten im Iran ohne ausländische Hilfe hergestellt worden, sagte der Minister nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim, die von dem Test Bilder veröffentlichte.

Der Iran hat stets betont, dass das Land ungeachtet internationaler Proteste sein Raketenprogramm kontinuierlich verbessern werde. Die Raketen würden jedoch nur im Verteidigungsfall eingesetzt und stellten keine Gefahr für andere Länder dar, betont Teheran. Daher brauche das Land für seine Tests auch keine Erlaubnis des Auslands.

Umstrittenes Raketenprogramm

Das iranische Raketenprogramm ist jedoch international heftig umstritten. Besonders die Mittelstreckenwaffen gelten als ernsthafte Bedrohung für Irans Erzfeind Israel. Mit einer Reichweite von 2000 Kilometern könnten sie jeden Teil Israels treffen. Teheran jedoch betrachtet seine Verteidigungsstrategie als legitim, besonders weil das Land sich von den USA, Israel und Saudi-Arabien bedroht fühlt.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte am Sonntag: "Der Iran erklärt offen seine Absicht, den Staat Israel zu zerstören." Er habe "eine klare Botschaft an die Tyrannen von Teheran: Wir wissen, was Ihr tut, und wo Ihr es tut", sagte Netanjahu. Israel werde "weiter mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln gegen den Iran vorgehen, um die Sicherheit und Zukunft Israels zu sichern".

Marschflugkörper haben anders als ballistische Raketen einen permanenten eigenen Antrieb und können in jeder Flugphase gelenkt werden. Wegen ihrer viel niedrigeren Flugbahn sind sie vom gegnerischen Radar schwerer zu orten als ballistische Raketen.

(an/dpa)