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Iran nimmt Urananreicherung in Fordo wieder auf

11.11.2019 20:08 Uhr

Der Iran hat in seiner unterirdischen Anlage Fordo wieder Uran angereichert, das hat nun die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bestätigt. Teheran hatte selbst am Wochenende mitgeteilt, dass die Urananreicherung wieder aufgenommen worden sei. Damit hat die Islamische Republik erneut eine Vereinbarung des Wiener Atomabkommens von 2015 gebrochen.

Laut dem jüngsten Iran-Bericht der IAEA, der der Deutschen Presse-Agentur am Montag vorlag, lagert der Iran derzeit fast doppelt so viel angereichertes Uran, als mit dem Abkommen erlaubt. Außerdem habe das Land eine neue Anlage zum Test von Anreicherungszentrifugen vorbereitet - auch das ist ein Verstoß gegen das Atomabkommen.

Maas droht mit Wirtschaftssanktionen

Der Iran verstößt bereits seit einiger Zeit demonstrativ gegen zentrale Auflagen des Abkommens zur Verhinderung einer iranischen Atombombe. Die Regierung in Teheran rechtfertigt die Schritte damit, dass ihr für die Einschränkung ihres Atomprogrammes eine Aufhebung der wirtschaftlichen Isolierung versprochen worden war, diese aber wegen US-Sanktionen nicht zustande kommt. Die USA waren Anfang Mai 2018 einseitig aus dem Atomabkommen ausgestiegen. Die verbliebenen Vertragspartner, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China, hatten immer wieder betont, am Abkommen festhalten zu wollen.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) drohte dem Iran am Montag mit dem Start eines Verfahrens, das zu einer Wiedereinführung von europäischen Wirtschaftssanktionen führen könnte. Maas wollte sich am Montagnachmittag in Paris mit seinem französischen und britischen Kollegen treffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

(an/dpa)

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