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Iran: Amnestie in Teheran, Kritik in Berlin

4.2.2019 19:52 Uhr

Am 40. Jahrestag der islamischen Revolution von 1979 soll es im Iran eine großangelegte Amnestie geben. Das gab Justizchef Sadegh Amoli Laridschani am Montag bekannt. "Ungefähr 50.000 Gefangene werden entweder ganz freikommen oder ihre Urteile werden reduziert", sagte Amoli Laridschani nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna. Im Iran gibt es nach amtlichen Angaben fast 250.000 Gefangene. Ob die Amnestie auch für politische Gefangene gelten wird, sagte der Justizchef nicht.

Der Iran feiert am 11. Februar den 40. Jahrestag seiner Revolution. Unter der Führung von Ajatollah Ruhollah Chomeini wurde damals die Monarchie gestürzt. Kurz danach wurde die Islamische Republik Iran gegründet.

Unterdessen kritisiert der amerikanische Botschafter Richard Grenell das Vorgehen des Irans gegen Schwule. Er verglich das Land mit der Terrormiliz Islamischer Staat. "Irans abscheuliche Maßnahmen stehen der Brutalität und Grausamkeit der ISIS-Terrormiliz in nichts nach", schrieb er in einem Gastkommentar in der "Bild"-Zeitung (Montag). "Im Iran, wo selbst neunjährige Kinder zum Tode verurteilt werden können, werden schwule Teenager öffentlich gehängt, um andere so zu verängstigen und einzuschüchtern, dass sie es nicht wagen, sich zu outen."

Niemand dürfe den Tod fürchten weil er schwul ist

Niemand dürfe Peitschenhiebe oder den Tod fürchten, weil er homosexuell sei, schrieb Grenell. "Man kann unterschiedlicher Ansicht über Homosexualität sein, aber niemand sollte jemals strafrechtlich verfolgt werden, weil er homosexuell ist."

Der 52 Jahre alte Botschafter wurde im US-Bundesstaat Michigan als Sohn tiefreligiöser Eltern geboren. Er äußerte sich oft über seinen Glauben und seine inneren Konflikte, mit denen er rang, bevor er 1999 seine Homosexualität öffentlich machte. Seit Mai ist der Vertraute von US-Präsident Donald Trump Botschafter in Berlin.

(an/dpa)