epa/Quique Garcia

Internationaler Haftbefehl gegen Puigdemont

14.10.2019 15:17 Uhr

Erneut hat die spanische Justiz einen internationalen Haftbefehl gegen den ehemaligen katalanischen Regionalpräsidenten Carles Puigdemont erlassen.

Das teilte der Oberste Gerichtshof in Madrid am Montag mit. Puigdemont hatte sich durch seine Flucht ins Exil nach Brüssel der Strafverfolgung in Spanien entzogen, nachdem er im Oktober 2017 ein Unabhängigkeitsreferendum organisiert hatte, das die Justiz als illegal einstufte.

In dem Haftbefehl heißt es, Puigdemont werde wegen Aufwiegelung und der Veruntreuung öffentlicher Gelder gesucht.Die Ausstellung des Haftbefehls erfolgte kurz nach der Verurteilung von neun Anführern der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung zu langjährigen Haftstrafen. Den Angeklagten wird vorgeworfen, im Oktober 2017 ein von der spanischen Justiz als illegal eingestuftes Unabhängigkeitsreferendum organisiert zu haben. Der damalige Regionalpräsident Puigdemont hatte nach dem Referendum die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien erklärt. Durch seine Flucht nach Brüssel entzog sich der 56-Jährige aber der Strafverfolgung in Spanien. Ein bereits gegen Puigdemont verhängter internationaler Haftbefehl war im Juli 2018 von der spanischen Justiz aufgehoben worden.

Gescheiterte Auslieferung

Sie hatte sich zuvor vergeblich um die Auslieferung Puigdemonts unter anderem auch aus Deutschland bemüht. Neun wegen "Aufruhrs" und Veruntreuung öffentlicher Gelder angeklagte Verbündete Puigdemonts, darunter der frühere katalanische Vize-Regionalpräsident Oriol Junqueras, waren zuvor zu Gefängnisstrafen zwischen neun und 13 Jahren verurteilt worden. Puigdemont hatte das Urteil als "Ungeheuerlichkeit" kritisiert und forderte, die Unabhängigkeitsbewegung müsse reagieren "wie nie zuvor".

(an/dpa)

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