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Innenminister appelliert an Industrie Schutzkleidung herzustellen

31.3.2020 18:34 Uhr

Mit einem Appell hat Innenminister Horst Seehofer (CSU) sich an die deutsche Industrie gewandt, und in der aktuellen Notlage an der Herstellung dringend benötigter Medizinprodukte mitzuwirken. Es sei doch richtig, "dass wir die Kraft unserer Volkswirtschaft nutzen, um den Mangel zu beheben" sagte Seehofer am Dienstag in einem Interview mit "Bild Live".

Als Lehre aus der Corona-Pandemie solle gesetzlich geregelt werden, dass Medikamente in Deutschland künftig stets in ausreichendem Umfang vorrätig sein müssten, erklärte der Innenminister.

Appell an "moralische Verantwortung"

Um fachfremde Firmen in die Produktion von Beatmungsgeräten, Schutzkitteln und Atemmasken einzubinden, brauche es auch kein Gesetz, fügte Seehofer hinzu, denn "soviel moralische Verantwortung ist in unserem Land schon da". Auf die Frage, ob ein solcher Appell an die Industrie nicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommen solle, antwortete Seehofer: "Die Bundeskanzlerin lässt sich von mir nicht vorschreiben, welche Reden sie zu halten hat."

Auf die Frage, welche weiteren Maßnahmen perspektivisch notwendig werden könnten, um eine Überforderung des Gesundheitssystems in der Corona-Krise zu vermeiden, sagte er, denkbar seien zusätzliche Einreisebeschränkungen. Eine Pflicht zum Tragen eines Mundschutzes im öffentlichen Raum sei aktuell nicht angezeigt, da es erst einmal darum gehen müsse, medizinisches Personal und die Polizei ausreichend damit auszustatten.

Mit Blick auf die dem Bundesinnenministerium unterstellten Sicherheitsbehörden sagte er: "Ich habe über 1000 Beamte, die in Quarantäne sind, weil sie täglich ihre Pflicht tun." Längerfristig könne aber überlegt werden, ob zu einem späteren Zeitpunkt das Tragen eines Mundschutzes als Begleitmaßnahme zu einem vorsichtigen Wiederhochfahren des Wirtschaftslebens sinnvoll sein könne. Derzeit seien die Kontaktbeschränkungen und die anderen Schutzmaßnahmen noch "alternativlos".

(an/dpa)

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