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Inflationsrate in der Türkei bei knapp unter 20 Prozent

4.3.2019 10:20 Uhr

Die türkische Regierung hat die Bekämpfung der Inflation zur "Chefsache" erklärt. Im Februar lag die Teuerungsrate laut Statistikamt in Ankara bei 19,67 Prozent und damit leicht unter den Vergleichszahlen von Januar, wo die Rate bei 20,35 Prozent lag.

Die Inflationsrate der Türkei ist zwar leicht gesunken, sie bleibt aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Lebensmittel und nicht alkoholische Getränke verzeichnen wie im Vormonat eine besonders hohe Teuerungsrate - im Februar lag sie bei 29,25 Prozent. Angesichts der schnell steigenden Lebensmittelpreise hatte die Regierung vor etwa drei Wochen damit begonnen, billiges Gemüse direkt an die Bürger zu verkaufen. Sie richtete dazu Verkaufsstellen in der Hauptstadt Ankara und in Istanbul ein.

Die wirtschaftliche Lage ist eines der Hauptthemen bei den Kommunalwahlen am 31. März. Am Samstag hatte Präsident Recep Tayyip Erdogan auf einer Wahlkampfveranstaltung gesagt, er wolle die Inflation auf sechs bis sieben Prozent drücken. Wie genau er das erreichen will, ließ er jedoch offen. Im Sommer hatte unter anderem ein Zerwürfnis mit den USA zu einer Währungskrise in der Türkei geführt. Im Oktober war die Teuerungsrate zum ersten Mal seit 15 Jahren auf über 25 Prozent geklettert.

Finanzminister Albayrak verbreitet über Twitter Optimismus

Von den 418 Gütern und Dienstleistungen, die sich im Inflationsindexkorb befinden, sind im Berichtszeitraum bei 235 eine Erhöhung der Preise und bei 154 ein Rückgang verzeichnet worden.

Dass die Teuerungsrate im Februar mit 19,67 Prozent unter 20 Prozent blieb, wird von der türkischen Regierung als Erfolg gewertet. Schatz- und Finanzminister Berat Albayrak verbreitete über seinen Twitter-Account, die Inflationsdaten für Februar seien deutlich unter den Erwartungen geblieben. "Der Verbraucher-Preisindex (TÜFE) pendelte sich im Februar bei 0,16 Prozent ein und stieg viel langsamer als erwartet. Die Jahresverbraucherinflation ist mit 19,67 Prozent erstmals seit längerer Zeit auf unter 20 Prozent gefallen", betonte er. Die aktuellen Inflationszahlen seien ein Indiz dafür, dass die Maßnahmen zur Bekämpfung der Preissteigerungen ihre Wirkung nicht verfehlt hätten.

(dpa/Hürriyet)