imago images / Xinhua

Inflationsrate der Türkei im April bei 19,5 Prozent

3.5.2019 12:22 Uhr

Die Verbraucherpreise in der Türkei stiegen im April um 19,5 Prozent und lagen damit unter den Markterwartungen, die mit rund 20,25 Prozent angegeben wurden. Die Inflationsrate sank damit im April leicht von 19,71 Prozent im Vormonat März, wie die statistische Landesbehörde TÜiK am 3. Mai veröffentlichte.

Eine Gruppe von 16 Ökonomen hatte gegenüber Medien prognostiziert, dass im April die Verbraucherpreise in der Türkei im Vergleich zum Vorjahresmonat voraussichtlich um 20,25 Prozent steigen würden. Das Szenario trat so nicht ein. Der höchste Preisanstieg im letzten Monat wurde bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken verzeichnet, die einen jährlichen Preisanstieg von 31,86 Prozent verzeichneten.

Höchste Preisanstiege bei Getränken und Tabak

Die Volkswirte prognostizieren auch eine jährliche Inflationsrate der Türkei zum Jahresende von durchschnittlich 16,13 Prozent - wobei die niedrigste Schätzung bei 14,50 Prozent und die höchste bei 19,70 Prozent liegt. Auf einer monatlichen Basis gerechnet stiegen die Verbraucherpreise laut Angaben von TÜIK im April um 1,69 Prozent an. Ökonomen prognostizieren eine monatliche Inflation von 2,33 Prozent, wobei hier auch wieder die Prognosen zwischen 1,94 Prozent und 2,80 Prozent schwanken.

Die höchsten monatlichen Anstiege waren bei alkoholischen Getränken und Tabak mit 6,77 Prozent zu verzeichnen, während die einzige monatliche Preisabnahme in der Kommunikationsbranche zu finden war und dort laut Daten 0,30 Prozent betrug. "Im April 2019 blieben die Durchschnittspreise von 42 Artikeln in einem Gesamtindex-Korb von 418 Artikeln unverändert, während die Durchschnittspreise von 294 Artikeln stiegen und die Durchschnittspreise von 82 Artikeln sanken", teilte die TÜIK offiziell mit.

Ambitionierte Prognosen bis zum Jahr 2021

Die veröffentlichen Daten zeigten ferner, dass der durchschnittliche Anstieg der Verbraucherpreise in diesem Monat im April bei 19,39 Prozent lag. Die türkische Zentralbank hielt am 30. April die ambitionierten Inflationsprognosen von 14,6 Prozent im laufenden Jahr, von 8,2 Prozent im kommenden Kalenderjahr und bei 5,4 Prozent für das Jahr 2021. Wie im vierteljährlichen Inflationsbericht der Bank vermerkt wurde, wird erwartet, dass die sich die Inflationsrate bis Ende 2019 zwischen 12,1 und 17,2 Prozent einpendelt.

Rückblickend auf das letzte Jahrzehnt erreichte die jährliche Inflationsrate im März 2011 mit 3,99 Prozent ihren Tiefststand, während sie im Oktober 2018 mit 25,24 Prozent ihren Höchststand hatte. Wie in dem im September 2018 vorgelegten Wirtschaftsprogramm der Türkei dargelegt, soll die Inflationsrate des Landes 15,9 Prozent in diesem Jahr, 9,8 Prozent im Jahr 2020 und 6,0 Prozent im Jahr 2021 betragen.

(Hürriyet.de)