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Infantino: In Frauenfußball muss investiert werden

5.6.2019 19:20 Uhr

Kaum im Amt als FIFA-Präsident bestätigt, muss sich Gianni Infantino rechtfertigen. Diesmal für die Fehler in der bisherigen Vermarktung des Frauenfußballs. Der Italiener zeigt sich reumütig und gesteht Fehler ein.

Dies sei ein Grund für die großen Unterschiede bei den Preisgeldern im Vergleich zum Weltturnier der Männer, sagte der Schweizer nach seiner Wiederwahl durch den FIFA-Kongress in Paris. "Wir müssen den Frauenfußball entwickeln und in ihn investieren. Wir müssen da mehr Aufschwung schaffen und ihn separat vom Männerfußball vermarkten."

Das Gesamt-Preisgeld für die Teams bei der Frauen-WM, die am Freitag in Frankreich beginnt, beträgt 30 Millionen US-Dollar. Dies ist zwar eine Verdopplung zur vorigen Auflage von 2015, aber immer noch ein Vielfaches weniger als bei der Männer-WM. Für den Triumph 2018 in Russland erhielt alleine Weltmeister Frankreich 38 Millionen US-Dollar an Preisgeld, insgesamt wurden 400 Millionen ausgeschüttet. "Das hat leider damit zu tun, wie die Rechte vermarktet werden", sagte Infantino.

"Kirche im Dorf lassen"?

Die deutsche Spielführerin Alexandra Popp kann der Diskussion nicht viel abgewinnen. "Die FIFA hat die Prämien schon verdoppelt. Von daher sollten wir die Kirche im Dorf lassen", sagte die 28 Jahre alte Nationalspielerin am Mittwoch im Quartier der deutschen WM-Auswahl in Bruz. Im DFB-Team sei das zumindest derzeit kein Thema: "Wir konzentrieren uns auf uns und unsere Spiele."

Popp hatte gemeinsam mit dem Mannschaftsrat die Prämien des DFB ausgehandelt. Im Fall des WM-Titelgewinns bekäme jede Spielerin insgesamt 75.000 Euro - so viel wie nie zuvor. Die deutschen Fußballer waren für einen WM-Sieg 2018 in Russland mit 350.000 Euro pro Nase vom DFB belohnt worden.

Zuletzt hatte die australische Spielergewerkschaft die FIFA aufgefordert, den Frauen das gleiche Preisgeld zu offerieren und dafür eine Kampagne gestartet. Auch die US-Amerikanerinnen und skandinavische Nationen hatten sich in der Vergangenheit mehrfach eine finanzielle Gleichbehandlung gewünscht.

(be/dpa)

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