Symbolbild: epa/SITE Institute

Indische Mudschaheddin sollen in Kaschmir aktiv werden

10.7.2019 21:31 Uhr

Aiman al-Sawahiri, der Chef des Terrornetzwerks Al-Kaida, hat militante Islamisten zu Anschlägen in Kaschmir aufgerufen. Die Mudschaheddin im indischen Teil des Himalaya-Tals sollten sich entschlossen darauf konzentrieren, "der indischen Armee und Regierung unerbittliche Schläge zuzufügen, um die Wirtschaft bluten zu lassen und dem Land Verluste an Kräften und Ausrüstung zu bescheren", sagte Al-Sawahiri in einer acht Minuten langen Video-Botschaft, die am Dienstagabend im Internet mit englischen Untertiteln verbreite wurde.

Nach dem Tod von Al-Kaida-Gründer Osama bin Laden 2011 gründete Al-Sawahiri, der sich in Pakistan nahe der afghanischen Grenze versteckt halten soll, 2014 einen lokalen Ableger mit dem Namen Al-Kaida auf dem indischen Subkontinent, um sich auf Indien zu konzentrieren. Im selben Jahr versuchte die Gruppe die Kontrolle über ein mit Atomwaffen ausgestattetes pakistanisches U-Boot zu übernehmen, um Indien anzugreifen. Der Versuch wurde vereitelt.

Indisch-pakistanischer Streit um Kaschmir

Zugleich forderte Al-Sawahiri militante Gruppen in Kaschmir dazu auf, sich dem angeblichen Einfluss pakistanischer Geheimdienste zu entziehen. «Alles, was die pakistanische Armee und Regierung interessiert, ist die Ausbeutung der Mudschaheddin für bestimmte politische Ziele, um sie später fallenzulassen oder zu verfolgen», sagte er in dem Video mit dem Titel «Vergesst Kaschmir nicht». Bereits in der Vergangenheit hatte Al-Sawahiri die pakistanischen Geheimdienste kritisiert.

Seit der Unabhängigkeit des früheren Britisch-Indien und seiner Trennung in Indien und Pakistan im Jahr 1947 beanspruchen beide Länder Kaschmir für sich - sie kontrollieren jeweils einen Teil. Die heutigen Atommächte führten bereits zwei Kriege um das Himalaya-Tal. Indien wirft Pakistan vor, islamistische Kämpfer im indischen Teil Kaschmirs zu unterstützen. Islamabad bestreitet dies.

(an/dpa)