epa/Jaipal Singh

Indien will Sonderstatus der Region abschaffen

5.8.2019 12:00 Uhr

Die Autonomierechte der Region Kaschmir sollen beschnitten werden. Das teilte die indische Regierung in Neu-Delhi mit. Um die Region streuten sich die beiden Atommächte Indien und Pakistan seit Jahrzehnten.

Innenminister Amit Shah brachte am Montag im Oberhaus des Parlaments ein Gesetz ein, das die Aufhebung des in der Verfassung festgeschriebenen Sonderstatus für Jammu und Kashmir vorsieht.

Gewalt zwischen Militär und Aufständischen

Artikel 370 der Verfassung garantiert dem indischen Teil Kaschmirs unter anderem eine eigene Verfassung, eine eigene Flagge und weitgehende Kompetenzen mit Ausnahme namentlich der Außen- und Verteidigungspolitik. Der Staat Jammu und Kashmir werde umorganisiert, sagte Amit Shah.

Seitdem Britisch-Indien im Jahr 1947 unabhängig und in Indien und Pakistan geteilt wurde, streiten die beiden Länder um die Herrschaft über Kaschmir. Beide beherrschen jeweils einen Teil, ein weiterer Teil des Himalaya-Gebiets gehört zu China.

Immer wieder kommt es im indischen Teil Kaschmirs zu Gewalt zwischen Sicherheitskräften und Separatisten, die eine Abspaltung des überwiegend muslimischen Kaschmirs vom mehrheitlich hinduistischen Indien wollen. Erst am Wochenende entsandte Indien zusätzliche 10 000 Soldaten ins Kaschmir-Tal. Am Freitag berichteten Medien, weitere 25 000 würden dorthin geschickt. Indien wirft Pakistan vor, islamistische Kämpfer im indischen Teil zu unterstützen. Islamabad bestreitet dies.

(an/dpa)

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