Symbolbild: epa/Arshad Arbab

Indien hat keinen Anspruch auf ganz Kaschmir

18.9.2019 9:44 Uhr

Indien erhebt erneut Anspruch auf das gesamte Gebiet Kaschmir. Damit ist auch der pakistanische Teil gemeint. Kritik daran kam nun aus Islamabad. Pakistan lehne nachdrücklich "die aufrührerischen und verantwortungslosen Äußerungen" des indischen Außenministers ab, hieß es in einer in der Nacht zum Mittwoch veröffentlichten Erklärung des pakistanischen Außenministeriums.

Gleichzeitig forderte Islamabad die internationale Gemeinschaft auf, die "aggressive Haltung" Indiens zur Kenntnis zu nehmen.

Indien will ganz Kaschmir

Indiens Außenminister Subrahmanyam Jaishankar hatte am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Neu Delhi gesagt: "Das von Pakistan besetzte Kaschmir ist Teil Indiens und wir rechnen damit, eines Tages die Rechtshoheit darüber zu haben." Diese Position vertritt Indien schon lange.

Seit Britisch-Indien vor mehr als 70 Jahren unabhängig und geteilt wurde, streiten Indien und Pakistan um die Kaschmir-Region. Beide Atommächte beherrschen jeweils einen Teil, ein weiterer gehört zu China. Indien und Pakistan führten bereits zwei Kriege um Kaschmir.

Mit den Aussagen verschärfte Jaishankar die jüngsten Spannungen zwischen den beiden Erzfeinden erneut. Diese waren zuletzt eskaliert, nachdem Neu Delhi der von ihm kontrollierte Kaschmir-Region Anfang Augst einen Sonderstatus entzogen hatte, der der Region weitgehende Autonomierechte verliehen hatte. Damit will Indien das mehrheitlich von Muslimen bewohnte Gebiet stärker in das mehrheitlich hinduistische Indien integrieren. Pakistan bezeichnete die Entscheidung als "illegal" und erklärte, Indiens Vorgehen gegen Proteste im indisch-kontrollierten Teil Kaschmirs würde mehr Muslime der Welt in den Extremismus treiben.

(an/dpa)

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