afp

Indien erinnert an Massaker aus britischer Kolonialzeit

13.4.2019 10:12 Uhr

Vor 100 Jahren eröffneten britische Truppen das Feuer auf Tausende unbewaffnete Demonstranten in Indien. Am Samstag wurde in Indien an das britische Massaker erinnert.

Auch Großbritannien beteiligte sich an dem Gedenken an das Massaker aus der Zeit der britischen Kolonialherrschaft. Eine offizielle Entschuldigung Großbritanniens steht aber noch immer aus. "Wir werden nie vergessen, was hier passiert ist", sagte der britische Hochkommissar für Indien, Dominic Asquith, bei der Kranzniederlegung in Amritsar im Nordwesten Indiens. Die Geschichte könne nicht neu geschrieben werden, es könne jedoch aus ihr gelernt werden, sagte Asquith. Der indische Regierungschef Narendra Modi nannte das Massaker im Kurzbotschaftendienst Twitter "entsetzlich".

Keine offizielle Entschuldigung seitens Großbritanniens

Die britische Premierministerin Theresa May hatte am Mittwoch erklärt, Großbritannien bedauere zutiefst, was passiert sei. Der höchste Minister im indischen Bundesstaat Punjab, Amarinder Singh, sagte, Mays Worte reichten nicht aus. Notwendig sei eine "unmissverständliche offizielle Entschuldigung".

Zwischen 379 und Tausend Todesopfer

In Amritsar hatten britische Truppen am 13. April 1919 das Feuer auf tausende unbewaffnete Demonstranten eröffnet. Aufzeichnungen aus der Kolonialzeit zufolge wurden 379 Menschen getötet, indischen Zahlen zufolge gab es rund tausend Todesopfer. Die Tat, die in Indien als "Jallianwala Bagh Massker" bekannt ist, hatte dazu beigetragen, die Unabhängigkeitsbewegung gegen die britische Kolonialmacht voranzutreiben.

(be/afp)