In Izmir wird der Kosmos greibar

25.1.2019 16:14 Uhr

Die Weiten des Universums haben noch nicht alle Geheimnisse offenbart. Obwohl das Weltall seit Jahrzehnten erforscht wird, steht der Mensch noch ganz am Anfang seiner Erkundungen.

Im Stadtteil Gaziemir von Izmir, das rund fünf Minuten entfernt vom Adnan-Menderes-Flughafen liegt, befindet sich ein Weltraumcampus. Das Gelände wurde im Jahre 2000 von dem türkisch-amerikanischen Unternehmer Kaya Tuncer gegründet. Er hatte es sich zum Lebenswerk gemacht, das mystische Thema der Weltraumerkundung und der dazugehörigen Technologie für jeden zugänglich zu machen. Dabei wollte er, dass schon ganz kleine Kinder damit in Berührung kommen.

Im Jahre 2002 gründete er die globale Stiftung für Weltraumforschung (Global Friendship Through Space Education - GFTSE). Er schaffte es damit, die Weltraumforschung und –Technologien jungen Menschen aus verschiedenen Ländern zu veranschaulichen. Im Rahmen der Stiftung vergab er Stipendien und brachte Menschen aus aller Welt im Weltraumcampus in der Türkei zusammen.

Im Jahr 2004 erhielt er die US-amerikanische Ellis Island Ehrenmedaille für seine humane Arbeit. Er hatte einen Bachelor of Science in Bauingenieurwesen der Kalifornischen Universität Berkeley und einen Master of Business Administration der Universität von Südkalifornien. Tuncer verstarb im Jahre 2012.

Eine Kolonie auf dem Mars

Schon den ganz jungen Kindern wird ein mehrtägiges Programm geboten. 3D und verschiedene Simulatoren machen den Kosmos (be)greifbar.
Die vielen abwechslungsreichen und zum Teil sogar mehrtägigen Konzepte sollen Familien und Gruppen jeden Alters ein Verständnis für das Universum vermitteln. Lernen kann man darüber hinaus zum Beispiel Hydrokultur, also wie man zuhause Pflanzen ohne entsprechende Bodenvoraussetzungen züchten kann.

Seit seiner Eröffnung im Jahre 2000 sind bisher mehr als 250.000 Menschen aus 60 verschiedenen Ländern in eine geheimnisvolle Reise im Zentrum angetreten.

Der Verantwortliche für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit in der Einrichtung Emre Aday erzählt, "Die Schüler können hier täglich von zwei bis zu sechs Tagen an unterschiedlichen Programmen teilnehmen. Die einzelnen Konzepte fördern die Wahrnehmung um und für das Universum. Auch werden Fragen beantwortet, die die Ausbildung zum Astronauten betreffen und was für eine Ausrüstung sie benutzen. Ähnliches können sie hier sehen. Im naturwissenschaftlichen Unterricht lernen sie lediglich die Theorie. Hier können sie viel Beispiele in der Praxis sehen. Beispielsweise in der interaktiven Ausstellung ´Generation Mars´ erzählen wir über die Ansiedlung einer Kolonie auf dem Mars."

Die diversen Programme sind auf jede Altersgruppe abgestimmt. Aday fügt hinzu: "Einige der Schüler, die uns besuchten, haben anschließend ihre Karriere auf die Weltraumforschung ausgerichtet. Sie lernen hier, welche Technologien in der Vergangenheit genutzt wurden und was aktuell oder gar in Zukunft möglich ist. Wir helfen ihnen, sich eine eigene Meinung zu bilden."

(et/Hurriyet)