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In Beirut demonstrieren Hunderte gegen Korruption

23.12.2018 22:57 Uhr

Die Gelbwesten erreichen nun auch den Libanon. In Beirut gingen Hunderte auf die Straßen, um ihren Unmut über Korruption, die gesundheitliche Betreuung sowie die schlechte Strom- und Trinkwasserversorgung auszudrücken. Begleitet wurden die Demos von starken Polizeikräften.

In der libanesischen Hauptstadt Beirut haben am Sonntag hunderte Menschen gegen die Korruption im Land und die schwierige Versorgungslage demonstriert. Die Demonstranten marschierten zum Sitz von Regierungschef Saad Hariri im Zentrum von Beirut und forderten unter anderem eine bessere gesundheitliche Betreuung sowie eine bessere Trinkwasser- und Stromversorgung. Die Kundgebung wurde von einem Großaufgebot libanesischer Sicherheitskräfte begleitet.

Der Libanon steht vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch

In Anspielung an die Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten in Frankreich trugen einige der Demonstranten gelbe Westen, allerdings mit einer Zeder, dem libanesischen Nationalsymbol, versehen. "Wir werden regiert von einer politischen Klasse von korrupten Dieben, die mit sektiererischem Fanatismus herrschen", sagte die 43-jährige Demonstrantin Hana der Nachrichtenagentur AFP. Während staatliche Gelder verschwendet würden, stürben "vor den Türen der Krankenhäuser" Menschen ohne Krankenversicherung. In der Vorwoche hatte der Tod eines Kindes wegen fehlender medizinischer Behandlung die Menschen im Libanon empört.

In den Städten Tripoli im Norden des Libanons und Nabatijeh im Süden beteiligten sich einige Dutzend Menschen an ähnlichen Kundgebungen wie in Beirut. Bereits eine Woche zuvor hatten hunderte Menschen an Protesten teilgenommen, zu denen die Kommunistische Partei aufgerufen hatte.

Ministerpräsident Hariri war bei der Parlamentswahl im Mai im Amt bestätigt worden, sieben Monate später sind die Diskussionen über die Verteilung von Ministerposten aber immer noch nicht abgeschlossen. Derweil droht dem Libanon der wirtschaftliche Zusammenbruch.

(ce/afp)