epa/Rehan Khan

Impfkampagne gegen Polio in Pakistan hat begonnen

19.2.2020 15:57 Uhr

Pakistan hat erneut mit einer Impfkampagne gegen Kinderlähmung begonnen. Der Hauptgrund sind die deutlich gestiegenen Fälle von Polio-Erkrankungen. Mehr als 250 000 Helfer sollen während der Impfaktion von Tür zu Tür gehen, um Kindern unter fünf Jahren den Impfstoff zu verabreichen, sagte Pakistans Oberster Berater für Gesundheitsfragen, Zafar Mirza, am Montag.

Zusätzlich setze man Tausende Sicherheitskräfte zum Schutz der Helfer in jenen Regionen des Landes ein, in denen diese regelmäßig von militanten Islamisten angegriffen würden, sagte der Informationsminister der nordwestlichen Provinz Khyber-Pakhtunkhwa, Shaukat Yousafzai. Islamische Geistliche lehnen immer wieder Impfungen ab, etwa mit dem Argument, es handele sich um eine westliche Verschwörung, um muslimische Kinder unfruchtbar zu machen.

Prominente rufen zum Impfen auf

Prominente aus dem Showbusiness, Sportstars und Mitglieder der Zivilgesellschaft riefen in sozialen Medien Eltern auf, ihre Kinder impfen zu lassen. Im Januar hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Land dazu aufgefordert, seine Führung und Strategie im Kampf gegen Kinderlähmung grundsätzlich neu auszurichten, um eine Epidemie zu verhindern.

Pakistan meldete für 2019 mit 144 neuen Fällen die höchste Zahl seit fünf Jahren. Es handelt sich dabei um Erkrankungen mit dem Wildtyp der Polioviren. Die Fälle hatten mit 306 zuletzt 2014 einen Höchststand erreicht - demselben Jahr, in dem die Offensive gegen die militant-islamistischen Taliban begann. Seitdem war die Zahl der Fälle rapide nach unten gegangen. 2015 wurden offiziellen Statistiken zufolge noch 54 gezählt, in den drei Folgejahren 20 oder weniger. Die WHO warnte, dass sich die im Laufe der Jahre erzielten Fortschritte bei der Bekämpfung von Polio umkehrten. Pakistan und Afghanistan sind die Länder, aus denen noch Erkrankungen mit dem Wildtyp der Polio-Viren gemeldet werden.

(an/dpa)

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