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Immer mehr Menschen in der Türkei setzen ihre Haustiere aus

22.4.2020 15:12 Uhr, von Björn Lücker

Die Türkei ist bekannt für die streunenden Straßenhunde in den Großstädten wie Istanbul oder Ankara - und derzeit kommen besonders viele dazu. Der Grund: Die Bewohner setzen laut Berichten von Aktivisten vermehrt ihre Haustiere aus, weil sie Angst haben, sich bei ihnen mit dem Coronavirus zu infizieren.

Alleine in Istanbul sind in den vergangenen drei Wochen gut 100 Straßenhunde hinzu gekommen. "Die Menschen denken, dass sie von den Hunden das Coronavirus bekommen könnten", wird Tugay Abukan bei "RTL" zitiert. Der Tierrechtsaktivist kümmert sich derzeit um fast 400 Hunde in der Millionenmetropole am Bosporus und schlägt Alarm. Denn die Vierbeiner drohen zu verhungern.

Jeden Tag 150 Kilogramm Futter

Unterstützung bekommt er von anderen Tierschützern. In den sozialen Medien werden die Menschen in der Türkei regelmäßig dazu aufrufen, ein Herz für die Tier zu zeigen und sie zu füttern. Genau das macht Tugay Abukan jeden Tag. Er hat bereits viele Hunde in ein abgelegenes Waldstück in der Nähe von Istanbul gebracht, um sich dort um sie zu kümmern. "Wir verteilen hier zehn Tüten Trockenfutter á 15 Kilo pro Tag. Das bezahlen wir auch mal aus der eigenen Tasche", sagt Abukan.

Auch die türkische Regierung und andere Institutionen haben das Problem mit den hungernden Straßentieren erkannt und Hilfsprojekte gestartet. Die größte Rechtsanwaltskammer des Landes in Istanbul mit 48.000 Mitgliedern sammelt beispielsweise noch bis zum 26. April Futterspenden, wie mehrere türkischen Zeitungen übereinstimmend berichten. Demnach können Tierfreunde auf einer Webseite für die Aktion Futter kaufen, das dann verteilt würde.

Besonderes Projekt in Konya

Die Stadt Konya im Herzen Anatoliens geht sogar einen Schritt weiter, wie hürriyet.de bereits berichtete. Bürgermeister Ugur Ibrahim Altay hat ein ein Projekt für Straßentiere verkündet, bei dem Lebensmittelreste durch neuartige Verfahren zu Tierfutter verarbeitet werden.

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