DHA

Imamoglu mit Siegeshoffnungen vor Neuwahlen

5.6.2019 12:41 Uhr

Ekrem Imamoglu, Bürgermeisterkandidat der CHP in Istanbul und gewählter Bürgermeister vor der Annullierung der Wahlen vom 31. März, sagte, er würde die Neuwahlen, die für den 23. Juni angesetzt sind, gewinnen, indem er die Spaltung in der Bevölkerung überwindet und sich dem Pluralismus zuwendet. Die Bürger würden an der Wahlurne zeigen, dass es möglich ist, sich zu wehren, sagte Imamoglu in seinem am Dienstag veröffentlichten Kommentar bei der Washington Post.

"In der heutigen Türkei sieht jeder Politiker, der auf normale Menschen hört, schnell die Realität: Wenn man nicht darüber spricht, wie wirtschaftliche Schwierigkeiten und soziale Ungerechtigkeiten überwunden werden können, werden die Menschen nicht zuhören", schrieb Imamoglu. "Die einfachen Bürger haben weder die Zeit noch das Interesse an großen Ingenieurprojekten oder großen Investitionsstrategien. Man muss sich stattdessen auf städtische Armut und soziale Ungerechtigkeit konzentrieren."

Imamoglu - gegen die Spaltung und für Pluralismus

Ekrem Imamoglu von der CHP schlug bei den Wahlen am 31. März den AKP-Kandidaten und ehemaligen Ministerpräsidenten der Türkei Binali Yildirim. Siebzehn Tage später annullierte der Hohe Wahlrat der Türkei, der YSK das Ergebnis auf und ordnete eine Neuwahl an. Das basierte auf einem außerordentlichen Einspruch der regierenden AKP. In der Stadt mit rund 15 Millionen Einwohnern gewann Imamoglu die Wahl nach diversen Neuzählungen mit etwas mehr als 13.000 Stimmen.

Imamoglu, der die CHP im Bürgermeisterwahlkampf vertritt, sagte, dass der einzige Weg, die etablierten Partien zu schlagen, darin bestehe, sich direkt mit normalen Wählern in Verbindung zu setzen. Er sagte, er habe Videoclips dieser Gespräche gemacht und sie in den sozialen Medien veröffentlicht. Imamoglu, der als Bürgermeister des kulturell vielfältigen Bezirks Beylikdüzü in Istanbul tätig war, stellte in seinem Kommentar heraus, er habe erfahren, dass es möglich sei, die Barrieren des Misstrauens und der Feindseligkeit, die durch die Politik der Angst entstehen, zu überwinden. "Wahre Belastbarkeit erfordert die Überwindung von Spaltungen durch Dialog und Konsultation mit den Menschen - Lehren, die weit über die Türkei hinaus anwendbar sind", schreib Imamoglu. "Der Pluralismus ist nicht unser Feind, weder hier zu Hause noch in der Außenwelt. Wir müssen es annehmen und die Stärke ausspielen, welche die Vielfalt mit sich bringt."

(Hürriyet.de)