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Imageschaden durch verschmutztes Öl

1.5.2019 0:03 Uhr

Die Öllieferungen nach Europa sind aufgrund verschmutzter Rohstoffe ausgesetzt, Russlands Staatschef Wladimir Putin fürchtet nun um das Ansehen seines Landes. "Das ist für uns sowohl ein wirtschaftlicher als auch materieller Schaden - und ja, auch für unser Image ist das sehr ernst", sagte der Kremlchef am Dienstag bei einem Treffen mit dem Geschäftsführer des betroffenen Pipelinebetreibers Transneft, Nikolai Tokarew.

Putin wies ihn an, die Leitungen besser zu überwachen. "Selbstkontrolle ist nicht genug. Wir müssen das ganze System ändern", sagte der Staatschef einer Mitteilung des Kremls zufolge.

Transneft-Chef Tokarew betonte, dass ein Mitarbeiter entweder Vorschriften missachtet oder absichtlich das Öl verunreinigt haben könnte. Spuren und Beweismaterial seien dem Inlandsgeheimdienst FSB übergeben worden, sagte er.

Eine Pipeline namens Freundschaft

Die russischen Öllieferungen nach Deutschland und Westeuropa waren seit rund einer Woche über die russische Pipeline "Druschba" (Freundschaft) teilweise unterbrochen. Weißrussland, die Ukraine, Polen und weitere EU-Länder beklagten schlechte Öl-Qualität. Das gelieferte Rohöl enthielt zu viele Chloride, die in den Raffinerien Schaden anrichten. Die Chloride werden bei der Förderung des Rohöls benötigt, anschließend aber wieder entfernt.

Verbraucher in Deutschland müssen durch die Unterbrechung bislang keine Engpässe befürchten. Die Versorgung mit Benzin, Diesel und Heizöl sei gesichert, erklärten die Mineralölwirtschaft, Raffineriebetreiber und das Bundeswirtschaftsministerium. Es gebe ausreichend Reserven. Die "Druschba"-Pipeline trägt rund ein Drittel zur Rohölversorgung Deutschlands bei.

Weißrussland werde erst wieder im Mai Öllieferungen aus dem Nachbarland annehmen, sagte der weißrussische Pipeline-Betreiber. Bis dahin seien alle "Druschba"-Lieferungen gestoppt.

(an/dpa)