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Im Mai wechselten 82.252 Immobilien in der Türkei den Besitzer

18.6.2019 8:37 Uhr

In der Türkei gingen im Mai 82.252 Immobilienverkäufe über die Bühne. Das bedeutet einen Rückgang im Direktvergleich zum Vorjahr 2018 von 31,3 Prozent, berichtete das türkische Statistikamt TÜIK am 17. Juni. "Istanbul hatte den höchsten Anteil bei den Immobilienverkäufen mit 19,3 Prozent und 15.895 verkauften Wohneinheiten", sagte TÜIK.

Die Hauptstadt Ankara und die Mittelmeerstadt Antalya folgten mit 8240 beziehungsweise mit 5091 Immobilienverkäufen auf den Plätzen zwei und drei des Landes. Wie das Statistikamt meldete, gab es 33.765 Neubauten, die veräußert wurden. Der Rest der Verkäufe waren Bestandsimmobilien, die den Besitzer wechselten. 5231 der verkauften Immobilien wurde mit einer Hypothek belastet, was einem Rückgang von 85,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Anteil am Gesamtumsatz im Immobilienbereich entsprach 6,4 Prozent. Im vergangenen Jahr wurden in der Türkei über 1,37 Millionen Immobilienverkäufe getätigt, von denen rund die Hälfte (650.000) Neubauten waren.

Kredite sollen Kauffreude wieder wecken

Unterdessen gab das staatlich Kreditinstitut Ziraat gestern bekannt, dass man inflationsindexierte Wohnungsbaudarlehen aufgenommen hat, um die Nachfrage anzukurbeln. "Wir wollen die Nachfrage von Menschen freisetzen, die einen Rückgang der Inflation in der kommenden Zeit erwarten und deshalb ihre möglichen Immobilienkäufe verzögern", sagte Hüseyin Aydin, Geschäftsführer von Ziraat. Die von der Bank gewährten Kredite haben eine Laufzeit von bis zu 120 Monaten und der Kredit beläuft sich auf 80 Prozent des Wertes des Hauses. Aydin fügte hinzu, dass auch zwei andere Staatsbanken, die Vakifbank und die Halkbank, ähnliche Pläne ankündigen könnten.

Ziraat, die nach Aktiva größte türkische Bank, war ab März mit 18 Prozent am Kreditmarkt des Landes beteiligt. Daten der Bankenregulierungs- und Aufsichtsbehörde (BDDK) zeigten, dass das Volumen der Wohnungsbaukredite in der Türkei Ende 2018 rund 189 Milliarden türkische Lira (rund 28,5 Milliarden Euro) betrug, verglichen mit 191 Milliarden Lira (29 Milliarden Euro) Ende 2017. Lokale Banken stellten 2016 Wohnungsbaukredite im Wert von 164 Milliarden Lira (24,9 Milliarden Euro) zur Verfügung.

Verkauf von Immobilien an Ausländer

Die TÜIK-Daten zeigten auch, dass im Mai insgesamt 3925 Immobilien an Ausländer verkauft wurden – das bedeutet einen Anstieg von 62,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Istanbul übernahm mit 1734 Verkäufen die Führung beim Verkauf von Immobilien an Ausländer", sagte das Institut und fügte hinzu, dass Antalya und Ankara der Metropole mit 850 beziehungsweise 216 Immobilienverkäufen folgten.

Im Mai wurden mit 595 verkauften Immobilien die meisten Immobilienverkäufe an irakische Staatsbürger getätigt. Das Institut stellte fest, dass dem Irak der Iran, Russland, Afghanistan und Saudi-Arabien folgten. Im Jahr 2018 stiegen die Verkäufe an Ausländer jährlich um 78,4 Prozent auf 39.663 Immobilien. Ausländer, die Immobilien im Wert von 220.000 Euro kaufen, erwerben das Recht auf lebenslange Staatsbürgerschaft der Türkei.

(Hürriyet.de)

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