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Im Iran inhaftierter Mann nutzt Hafturlaub zur Flucht

4.8.2019 16:28 Uhr

Seit elf Jahren sitzt der Iraner Said Melekpur, der einen permanenten Wohnsitz in Kanada hat, im Iran im Gefängnis. Jetzt nutzte er die Chance und flüchtete während des Hafturlaubs zurück nach Kanada, wo seine Familie lebt. Dies bestätigte am Samstagabend ein Sprecher des kanadischen Außenministeriumg gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Said Malekpur verbüßte wegen der Betreibung einer "pornographischen Website" eine lebenslange Haftstrafe im Iran. Die iranischen Behörden bestätigten Malekpurs Flucht.Kanada habe sich für die Freilassung Malekpurs eingesetzt und sei "erfreut, dass er nun in Kanada ist", erklärte der Sprecher des Außenministeriums in Ottawa. Laut kanadischen Medienberichten war Malekpur am Freitag in Vancouver gelandet. Ein Sprecher der iranischen Justiz bestätigte am Samstag im Staatsfernsehen, dass Malekpur den Iran verlassen habe. "Diese Person durfte das Land nicht verlassen und hat es offensichtlich über inoffizielle Wege verlassen", sagte der Sprecher Gholamhossein Esmaili. Die offizielle Nachrichtenagentur der iranischen Justiz Misan Online zitierte Esmaili, wonach Malekpur elf Jahre seiner lebenslänglichen Haftstrafe abgesessen habe. Am 20. Juli sei Malekpur für drei Tage Hafturlaub gewährt worden. "Danach ist er nicht ins Gefängnis zurückgekehrt", sagte Esmaili.

"Albtraum ist endlich vorbei"

Malekpurs Schwester Maryam veröffentlichte im Kurzbotschaftendienst Twitter ein Video von Malekpurs Ankunft in Kanada. "Der Albtraum ist endlich vorbei!", schrieb sie. Sie dankte Kanada für dessen "Führung" und "allen Personen, die uns während dieser Zeit unterstützt haben". Nach Angaben des Juraprofessors Payam Akhavan von der McGill-Universität in Montréal wussten Malekpurs Familie im Iran und sein Anwalt nichts von der geplanten Flucht. "Wir sind alle sehr erleichtert", sagte der zum Unterstützerkreis Malekpurs gehörende Akhavan im Sender CBC. Demnach ließen die iranischen Behörden Malekpur unter "immensem Druck" frei. Malekpur wurde 2008 im Iran festgenommen, als er seinen im Sterben liegenden Vater besuchen wollte. Ursprünglich wurde er wegen Vorwürfen der Betreibung einer "pornographischen Webseite" und der "Beleidigung des Islam" zum Tode verurteilt. Später wurde das Strafmaß in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt.

(be/afp)

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