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Illegale Migration aus der Türkei in die EU drastisch gesunken

26.6.2020 21:05 Uhr, von Andreas Neubrand

Die illegalen Einreisen in die EU aus der Türkei sind um 94 Prozent zurückgegangen. Grund ist das Migrationsabkommen, welches Brüssel und Ankara vor vier Jahren abgeschlossen haben.

Dabei wurden insgesamt 27.000 syrische Flüchtlinge aus der Türkei in europäische Länder umgesiedelt. Das ergaben die neusten Daten des Europäischen Asylhilfe Büro (EASO).

Todesfälle in der Ägäis rückläufig

Laut EASO ist auch die Zahl der Todesfälle in der Ägäis rückläufig. Ertranken in den ersten 20 Monaten vor der Umsetzung des Abkommens noch 1.175 Menschen, waren es danach nur noch 439.

Gemeinsam mit der EU arbeitet die Türkei daran, die Migrationsströme zu beenden. Außerdem wollen beide Parteien die Situation der Flüchtlinge in der Türkei verbessern und es ihnen ermöglichen, auf legalem Wege in die EU zu gelangen.

EU unterstützt Türkei finanziell

Eine der Bestimmungen sieht vor, dass die neuen illegalen Migranten, die von der Türkei auf die griechischen Inseln reisen, wieder in die Türkei gebracht werden. Darüber hinaus sieht ein Neuansiedlungsprogramm vor, dass für jeden von den griechischen Inseln in die Türkei zurückgekehrten Syrer ein weiterer Syrer von der Türkei in die EU umgesiedelt wird.

Um den Flüchtlingen in der Türkei zu helfen, stellt die EU für den Zeitraum von 2020 bis 2025 insgesamt 6 Milliarden Euro an humanitärer Hilfe bereit. Das Geld soll hauptsächlich in die Bereiche Bildung, Gesundheit und Infrastruktur fließen.

Türkei nimmt die meisten Flüchtlinge auf

Die meisten Flüchtlinge stammen aus Syrien (6,6 Millionen Menschen), gefolgt von Afghanistan (2,7 Millionen Menschen) und dem Südsudan (2,2 Millionen Menschen). In absoluten Zahlen hat die Türkei 2019 weltweit mit 3,6 Millionen Menschen die meisten Flüchtlinge aufgenommen. Gefolgt von Pakistan, Uganda, Deutschland und dem Sudan.

Während der Coronakrise waren die Asylanträge um 87 Prozent rückläufig. Doch es wird erwartet, dass im Laufe des Jahres, wenn die Reisebeschränkungen wieder gelockert werden, die Zahl der Anträge wieder steigen wird.

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