dpa

IKRK: Mindestens hundert Tote nach Luftangriffen

1.9.2019 15:22 Uhr

Das Internationale Komitee vom roten Kreuz (IKRK) befürchtet nach den Luftangriffen der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition im Jemen mehr als hundert Todesopfer. "Wir schätzen, dass mehr als hundert Menschen getötet wurden", sagte der Leiter der Jemen-Sektion des IKRK, Franz Rauchenstein, der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag.

Die Angriffe galten nach Angaben der Koalition einer Stellung der Huthi-Rebellen in Dhamar südlich der Hauptstadt Sanaa. Einsatzkräfte des IKRK suchten laut Rauchenstein in den Trümmern weiter nach Überlebenden. Allerdings seien die Chancen "sehr gering", noch lebende Menschen zu finden. Das IKRK hatte nach eigenen Angaben Helfer mit medizinischem Bedarf und 200 Leichensäcken nach Dhamar geschickt. Die Huthi-Rebellen hatten zuvor über ihren Fernsehsender Al-Masirah von "dutzenden" Toten und Verletzten gesprochen. Insgesamt habe die Koalition sieben Angriffe geflogen und dabei auch ein Gefängnis getroffen. Auf Fotos waren schwere Schäden an dem Gebäude zu sehen ebenso wie mehrere Leichen im Geröll.

Rebellen sprechen von mindestens 60 Toten

Nach Angaben der Huthi-Rebellen im Südwesten des Jemens seien bei einem Luftangriff auf ein Gefangenenlager mindestens 60 Menschen getötet worden, die von ihnen gefangengehalten wurden.

Weitere 50 Personen seien verletzt worden, als Kampfflugzeuge ein Gebäude in der Provinz Dhamar bombardierten, das von den Huthis als Gefängnis genutzt wurde, sagte ein Sprecher des von den Huthis kontrollierten Gesundheitsministeriums am Sonntag dem Fernsehsender Al-Masira.

Angriff in Dhamar bestätigt

Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition, die gegen die Huthis im Jemen kämpft, bestätigte einen Angriff in Dhamar. Die Attacke habe ein Lager für Drohnen und Raketen getroffen, hieß es in einer Mitteilung der Koalition. Der Angriff sei in Einklang mit internationalem Recht erfolgt.

Augenzeugen berichteten, dass Kampfflugzeuge etwa acht Angriffe auf das Gebäude geflogen hätten. Ein Sprecher des Gefangenenkomitees der Huthis sagte, der saudischen Koalition sei bekannt gewesen, dass in dem Gebäude Gefangene festgehalten wurden.

Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition bekämpft seit 2015 die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen. Sie hatten zuvor große Teile des Nordjemens inklusive der Hauptstadt Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht.

(be/dpa/afp)

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