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Idlib: Türkischer Soldat durch Artilleriebeschuss getötet

3.3.2020 14:54 Uhr

In der syrischen Provinz Idlib ist ein weiterer türkischer Soldat durch Artilleriebeschuss getötet worden. Der Vorfall habe sich am Montag ereignet, teilte das türkische Verteidigungsministerium am Dienstag mit. Im Rahmen der am Wochenende begonnenen Offensive in Idlib habe die Türkei zudem ein syrisches Militärflugzeug vom Typ L-39 abgeschossen.

Bei einem Luftangriff in der Region um die Stadt Idlib waren in der vergangenen Woche mindestens 34 türkische Soldaten getötet worden. Ankara machte die syrische Regierung dafür verantwortlich und begann eine Militäroffensive. Schon zuvor war es zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen türkischem und syrischem Militär gekommen. Seit Anfang Februar wurden mehr als 50 türkische Soldaten in Idlib getötet.

Die türkische Armee unterstützt in der Region Rebellen, darunter islamistische Gruppen, und hat dort mehrere Beobachtungsposten errichtet. Der syrische Präsident Baschar al-Assad wird von Russland unterstützt.

Weitere Flüchtlinge verhindern

Erdogan will verhindern, dass angesichts der Kämpfe in Idlib weitere Flüchtlinge in die Türkei kommen. Seit Beginn des Bürgerkriegs im Nachbarland 2011 hat die Türkei rund 3,6 Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen.

Am Samstag hatte Erdogan verkündet, die Türkei habe für die Flüchtlinge im Land die Grenzen in Richtung EU geöffnet. Seitdem haben sich Tausende Migranten auf den weg zur griechischen Grenze gemacht. Griechische Sicherheitskräfte setzten mehrfach Blendgranaten und Tränengas ein, um Menschen zurückzudrängen.

Ein Flüchtlingspakt mit der EU von 2016 sieht eigentlich vor, dass die Türkei illegale Migration stoppt. Griechenland kann außerdem alle Migranten, die seit Ende März 2016 illegal über die Türkei auf die griechischen Inseln übersetzen und kein Asyl erhalten, zurückschicken. Im Gegenzug hat die EU zugesichert, für jeden zurückgesendeten Syrer einen anderen auf legalem Weg aufzunehmen. Die Türkei erhält zusätzlich finanzielle Unterstützung von insgesamt sechs Milliarden Euro für die Flüchtlinge. Auch hatte die EU eine schnellere Visaliberalisierung in Aussicht gestellt.

(be/dpa)

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