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Idlib-Krise: Auch Erdogan und Putin telefonieren

21.2.2020 19:46 Uhr

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat mit Kremlchef Wladimir Putin in einem Telefonat über die Krisensituation im nordsyrischen Idlib gesprochen. Russland ist Schutzmacht der syrischen Regierung. Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete am Freitagabend, Erdogan habe erneut gefordert, dass die syrische Regierung sich zurückhalten müsse. Die Krise ließe sich nur lösen, wenn das Sotschi-Abkommen voll umgesetzt würde.

Erdogans Hinweis auf das Sotschi-Abkommen bezieht sich auf eine Einigung zwischen der Türkei und Russland. Damit sollte unter anderem in Idlib eine Deeskalationszone entstehen. Die Türkei, die im syrischen Bürgerkrieg islamistische Rebellen unterstützt, richtete daraufhin dort Beobachtungsposten ein. Dennoch begann das syrische Militär eine Offensive auf Idlib. Dabei waren in mehreren bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen türkischem und syrischem Militär auch türkische Soldaten getötet worden.

Die Türkei droht für Ende Februar mit einer Militäroffensive gegen die syrischen Truppen, sollten diese sich nicht zurückziehen.

Gespräche über Waffenruhe

Der Kreml betonte, weiter mit der Türkei intensiv über "die Verringerung der Spannungen" und eine Waffenruhe sprechen zu wollen. Das Gespräch sei auf Initiative der Türkei zustande gekommen, hieß es in einer Mitteilung. Zuvor hatte Putin die Lage mit dem nationalen Sicherheitsrat besprochen.

Die Lage in Idlib war zuletzt eskaliert. Nach UN-Angaben flohen seit Anfang Dezember rund 900 000 Syrer vor den heranrückenden Regierungstruppen und der Gewalt - auch in Richtung türkische Grenze. Das hatte in der Türkei, die bereits Millionen syrische Flüchtlinge beherbergt, Sorgen ausgelöst.

Zuvor hatten auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsidenten Emmanuel Macron zuerst mit Putin, dann mit Erdogan telefoniert. Erdogan zufolge sollen die beiden Putin einen Vierer-Gipfel in Istanbul am 5. März vorgeschlagen haben.

(be/dpa)

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