dpa

Hurrikan "Dorian" trifft in den USA auf Land

6.9.2019 16:22 Uhr

Auf den Bahamas hat "Dorian" eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Jetzt ist der Wirbelsturm auf das US-Festland getroffen - allerdings wesentlich schwächer. "Schwächer" bedeutet allerdings immernoch Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde.

Das Auge des auf einen Sturm der Kategorie 1 heruntergestuften Hurrikans sei bei Cape Hatteras auf der Inselkette Outer Banks im Bundesstaat North Carolina angekommen, teilte das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC) in Miami am Freitag mit.

Wie das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC) in Miami in der Nacht zum Freitag mitteilte, erreichte der Sturm noch Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern in der Stunde. Dies entspricht der niedrigsten Hurrikan-Kategorie 1. Zuvor war "Dorian" bereits auf Kategorie 2 herabgestuft worden. Auf den Bahamas befürchten die Behörden indes, dass die bestätigte Zahl von 30 Toten deutlich höher ausfallen wird.

2018 hatten die Wirbelstürme "Florence" und "Michael" an der Südostküste der USA schwere Schäden verursacht und Menschenleben gekostet.

Noch viele Tote befürchtet

Auf den Bahamas hatte "Dorian" als Hurrikan der höchsten Gefahrenstufe 5 mit Windgeschwindigkeiten von fast 300 Kilometern pro Stunde gewütet. Premier Hubert Minnis bestätigte 30 Todesopfer. Gesundheitsminister Duane Sands deutete aber an, dass es dabei längst nicht bleiben werde: "Ich glaube, die Zahl wird überwältigend sein", sagte er im Rundfunk. Angesichts der Zerstörung kommen die Helfer nur schwer in die betroffenen Gebiete.

Laut Zeitung "The Nassau Guardian" hat die Regierung des Karibikstaates zusätzliche Leichensäcke, Kühlkammern und auch Bestatter angefordert. Reporter des Blattes berichteten, in einer Klinik auf den schwer getroffenen Abaco-Inseln Dutzende Leichen gesehen zu haben.

"Es werden buchstäblich noch Hunderte bis Tausende Menschen vermisst", sagte Joy Jibrilu vom Tourismus- und Luftfahrtministerium der Bahamas CNN. Ein Augenzeuge, der die Verwüstung aus der Luft gesehen hatte, beschrieb es in dem Sender so: "Man kann nicht erkennen, dass dort mal Häuser standen. Es sieht so aus, als wären Baumaterialien in eine große Mühle gegeben und dann auf den Boden geworfen worden."

"Dorian" einer der stärksten im Atlantik

"Dorian" war der verheerendste Wirbelsturm auf den Bahamas und einer der stärksten im Atlantik seit Beginn moderner Aufzeichnungen. Es kam zu meterhohen Sturmfluten und großflächigen Überschwemmungen. Nach Schätzung des Roten Kreuzes wurden etwa 13.000 Wohnhäuser auf den Inseln schwer beschädigt oder zerstört.

Nach Worten des UN-Nothilfekoordinators Marc Lowcock vom Mittwoch benötigten rund 70.000 Menschen - also fast jeder fünfte Einwohner der Bahamas - dringend Hilfe zum Überleben. Die Regierung könne eine Versorgungskrise dieses Ausmaßes nicht allein bewältigen, betonte Gesundheitsminister Sands. Er habe die Weltgesundheitsorganisation WHO um Hilfe gebeten. Das Welternährungsprogramm (WFP) bereitete eine Lieferung von mehr als sieben Tonnen fertiger Gerichte für die vielen Obdachlosen auf den Bahamas vor, wie ein Sprecher mitteilte.

(be/dpa)

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