dpa

Hunderte Migranten erreichen Griechenland

17.12.2019 18:33 Uhr

In der Ägäis spitzt sich die Lage infolge des Flüchtlingszustroms zu. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) kamen bis zum 15. Dezember 71.368 Migranten aus der Türkei nach Griechenland. Das waren 20.860 mehr als im Jahr 2018. Damals waren 50.508 Migranten aus der Türkei nach Griechenland gekommen.

Und der Zustrom dauert an: Binnen eines Tages griff die griechische Küstenwache 136 Migranten in der Ägäis auf, die aus der Türkei gekommen waren. Weiteren 338 Menschen - ebenfalls aus der Türkei - gelang es per Boot, griechischen Boden zu erreichen, meldete am Dienstag der staatliche Fernsehsender ERT unter Berufung auf die Küstenwache.

Lage gerät außer Kontrolle

Die Lage in den völlig überfüllten Registrierlagern auf den Inseln der Ägäis gerät zunehmend außer Kontrolle. In und um das Lager von Moria auf der Insel Lesbos leben mehr als 18.000 Menschen, bei einer Aufnahmekapazität von rund 2850. Nach jüngsten Angaben des zuständigen Ministeriums in Athen harren in den Lagern der Inseln mehr als 41.000 Menschen aus. Das ist die höchste Zahl seit Inkrafttreten des EU-Türkei Flüchtlingspaktes im März 2016. Noch im April lebten auf den betroffenen Inseln nur 14.000 Migranten.

Die Zustände in den restlos überfüllten Migrantencamps sind nach Berichten humanitärer Organisationen dramatisch. Vor allem Kinder und Frauen seien Gewalt ausgesetzt, sagte der Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), Filippo Grandi, nach einer Inspektion des Moria-Lagers im November. Deshalb müssten dringend mehr Menschen zum griechischen Festland gebracht werden. "Ich habe sehr viel Verzweiflung und Aussichtslosigkeit gesehen", sagte Grande nach dem Besuch in Moria. Migranten kamen auch über den griechisch-türkischen Grenzfluss Evros nach Griechenland. Nach Angaben des UNHCR überquerten seit Jahresbeginn bis zum 15. Dezember 14.312 Migranten den Fluss. Viele hoffen, schneller auf dem Landweg nach Mitteleuropa zu kommen, ohne in den Registrierlagern der Inseln stecken zu bleiben.

(dpa)

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