epa/Nikos Arvanitidis

Hunderte Migranten auf Festland gebracht

22.10.2019 0:24 Uhr

Die griechische Regierung will knapp 700 Migranten auf das Festland verlagern. Damit soll das überfüllte Flüchtlingslager Samos im Osten der Ägäis entlastet werden. Sie sollen an Bord einer Fähre am Dienstagmorgen in Piräus eintreffen, wie das Ministerium für Bürgerschutz am Montag mitteilte.

Hunderte weitere Migranten sollten in den kommenden Tagen Berichten des Staatsfernsehens (ERT) zufolge von anderen Inseln aus nach Piräus gebracht werden.

"Europa hat uns vergessen"

Wie der griechische Minister für Bürgerschutz, Michalis Chryssohoidis, in der vergangenen Woche im Parlament erklärt hatte, will Athen bis Ende des Jahres mehr als 20 000 Migranten aus den Lagern auf den Inseln auf das griechische Festland bringen. Allein am Wochenende hatten nach Angaben der Küstenwoche 433 Migranten aus der Türkei zu griechischen Inseln übergesetzt.

Auf der Insel Samos protestierten am Montag Hunderte Anwohner gegen die überfüllten Lager. «Europa hat uns vergessen», skandierten die Menschen etwa, wie das Staatsfernsehen (ERT) berichtete.

Im April war die Zahl der auf den Inseln lebenden Migranten auf 14 000 zurückgegangen. Seitdem sind wieder verstärkt Migranten gekommen. Auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos harren zurzeit knapp 34 000 Migranten aus. Das ist die höchste Zahl seit Inkrafttreten des EU-Türkei-Flüchtlingspaktes im März 2016.

(an/dpa)

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