epa/Farooq Khan

Hunderte Lokalpolitiker festgesetzt

8.8.2019 13:18 Uhr

Hunderte Lokalpolitiker, Separatistenführer und deren Helfer sind nach der Aberkennung der Autonomierechte für die indische Kaschmir-Region. Inzwischen würden mindestens 400 Menschen in Hotels, Gästehäusern, Regierungsgebäuden und Privathäusern festgehalten, schrieb das Nachrichtenportal "India Today" am Donnerstag unter Berufung auf Aktivisten.

Die Polizei bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass politische Führer unter Hausarrest genommen worden seien, zu der Anzahl gab es keine Angaben.

Krise mit Nachbarn Pakistan

Hintergrund der Krise ist die umstrittene Entscheidung der indischen Regierung, der Region Jammu und Kaschmir den Sonderstatus zu entziehen. Damit will Neu Delhi die mehrheitlich von Muslimen bewohnte Region stärker in das mehrheitlich hinduistische Indien integrieren. Viele Kaschmirer sind dagegen. Der Schritt sorgte auch für eine neue Krise mit dem Nachbarn Pakistan.

Der Konflikt um Kaschmir dauert bereits mehr als 70 Jahre. Seitdem Britisch-Indien im Jahr 1947 unabhängig und in Indien und Pakistan geteilt wurde, streiten die beiden Länder um die gesamte Herrschaft über die Region und führten Kriege. Beide Atommächte beherrschen jeweils einen Teil von Kaschmir, ein weiterer Teil gehört zu China.

Die bisherige Autonomieregelung sicherte der indischen Kaschmir-Region unter anderem eine eigene Verfassung und Flagge sowie weitgehende Kompetenzen zu - mit Ausnahme der Außen- und Verteidigungspolitik sowie der Telekommunikation.

(an/dpa)

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