epa/Afghanistan Presidential Palace

Hundert Jahre Unabhängigkeit

19.8.2019 11:58 Uhr

Hundert Jahre Unabhängigkeit feiert heute Afghanistan. Allerdings wurde ein großer Teil der geplanten umfangreichen Festivitäten nach dem verheerenden Anschlag in einer Hochzeitshalle in Kabul am Wochenende mit mehr als 60 Toten abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben.

Präsident Aschraf Ghani sagte in einer kurzen Rede im neu renovierten Königspalast in Kabul, der «Feind» habe die Feierlichkeiten verschoben, indem er das Blut von Zivilisten vergossen habe. Über die Unabhängigkeit wolle er nun nicht sprechen.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte sich zu dem Anschlag bekannt. Ghani erklärte, es sei das Ziel der Regierung, IS-Verstecke im Land zu vernichten.

Wiedereröffnung des renovierten Königspalast

In den vergangenen Wochen waren in der Hauptstadt Kabul und anderen großen Städten die Straßen in Vorbereitung der Feierlichkeiten festlich geschmückt worden. Als ein Höhepunkt der Feiern war nach dreijähriger Renovierung die Wiedereröffnung des Königspalastes geplant. Der zerschossene Königspalast - in den 1920er Jahren erbaut und vom deutschen Architekten Walter Harten entworfen - galt lange als Mahnmal der gewalttätigen Geschichte des Landes.

Die Briten haben drei Kriege geführt, um Afghanistan unter ihre Kontrolle zu bringen und so die Expansion des Zarenreiches nach Süden zu stoppen. Den Krieg 1839-42 verloren die Briten. Nach dem zweiten Krieg 1878-80 wurde Afghanistan von Großbritannien abhängig: London besorgte die Außenpolitik, im Inneren blieb Afghanistan sich selbst überlassen.

König Amanullah erklärte bei seiner Thronbesteigung die völlige Unabhängigkeit Afghanistans von Großbritannien, was zu einem kurzen dritten Krieg (Mai-August 1919) führte. Die vom Ersten Weltkrieg geschwächte britisch-indische Armee konnte keinen entscheidenden Sieg erringen. Afghanistan wurde frei.

(an/dpa)

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