imago images / photothek

Horst Köhler legt UN-Sondergesandten-Amt nieder

23.5.2019 9:01 Uhr

Horst Köhler war seit Juni 2017 Sondergesandter der US im Westsahara-Konflikt. Nun musste der Altbundespräsident sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegen.

Der 76-Jährige habe UN-Generalsekretär Antonio Guterres telefonisch über seinen Schritt informiert, teilten die Vereinten Nationen am Mittwoch (Ortszeit) in New York mit. Guterres bedaure Köhlers Entscheidung zutiefst, habe aber volles Verständnis, hieß es weiter. Der frühere Bundespräsident war seit Juni 2017 als Sondergesandter für den Konflikt in der Region tätig.

Autonomie oder Unabhängigkeit?

Die Westsahara war bis 1975 spanische Kolonie und wurde dann größtenteils von Marokko besetzt und annektiert. Die Befreiungsbewegung Frente Polisario kämpfte gegen die Besatzung und rief 1976 mit Unterstützung Algeriens und Libyens die Demokratische Arabische Republik Sahara aus. Marokko will dem rohstoffreichen Gebiet an der fischreichen Atlantikküste im Nordwesten Afrikas lediglich Autonomie zubilligen. Die Polisario-Front fordert dagegen einen Volksentscheid über Selbstbestimmung und Unabhängigkeit.

Köhler brachte die Parteien an den Verhandlungstisch

Das Außenministerium in Rabat erklärte, Marokko habe Köhlers Entscheidung "mit Bedauern zur Kenntnis genommen" und würdigte die Anstrengungen, die er in seiner knapp zweijährigen Mission unternommen hatte. Die Polisario-Front zeigte sich "tief betrübt" über die Nachricht. Sie dankte Köhler für dessen "dynamische Anstrengungen zur Wiederbelebung des UN-Friedensprozesses". Köhler war es gelungen, die Konfliktparteien erstmals nach sechsjähriger Pause zu zwei Gesprächen wieder an den Verhandlungstisch zu bringen. Köhler war von 2004 bis 2010 Bundespräsident. Zuvor war der CDU-Politiker Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF).

(be/afp)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.