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Hongkonger sollen britische Staatsbürgerschaft erhalten

14.8.2019 23:12 Uhr

In Großbritannien hat ein konservativer Politiker vorgeschlagen, Bürger der ehemaligen Kolonie die volle britische Staatsbürgerschaft zu geben. Damit reagierte er auf die angespannte Lage in Hongkong.

Diesen Schritt hätte sein Land bereits nach der Übergabe Hongkongs an China 1997 tun sollen, argumentierte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im britischen Parlament, Tom Tugendhat, laut einem Bericht des "Guardian" (Mittwoch). London könne den Bürgern Hongkongs zusichern, "dass ihre bestehenden Rechte vom Vereinigten Königreich anerkannt werden und dass sie (die Bürger) geschätzt werden", sagte Tugendhat demnach.

Hongkong gab 1997 an China zurück

Die frühere britische Kronkolonie Hongkong wird seit der Rückgabe 1997 an China nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" als eigenes Territorium autonom regiert. Hongkonger Bürger erhielten danach eine eingeschränkte britische Staatsbürgerschaft. Diese berechtigt sie, einen britischen Pass zu führen und konsularischen Beistand in Anspruch zu nehmen. Ohne weiteres in Großbritannien leben und arbeiten dürfen sie aber nicht.

Bei seinem Vorschlag für die Hongkonger gehe es nicht darum, China seine Rechte streitig zu machen, sagte Tugendhat weiter. "Sie sind noch immer chinesische Staatsbürger aus der Sonderverwaltungszone", sagte er. Vielmehr gehe es darum, Menschen, die sich um ihre Zukunft sorgten, Sicherheit zu geben und damit ein altes Unrecht wiedergutzumachen.

Nach wochenlangen Protesten gegen die Regierung war es am Dienstag am Flughafen in Hongkong zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen. Zunächst hatten sich die Proteste gegen ein umstrittenes Auslieferungsgesetz gerichtet, das inzwischen auf Eis gelegt wurde. Mittlerweile haben sie sich zu einer breiteren Bewegung ausgeweitet.

(an/dpa)

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