dpa

Honduras: Mindestens 18 Tote bei Kämpfen zwischen Häftlingen

24.12.2019 0:02 Uhr

Eieder ist es in einem Gefängnis in Honduras zu heftigen Kämpfen zwischen rivalisierenden Gangs gekommen. Dabei wurden mindestens 18 Menschen getötet.

Die Häftlinge hätten sich am Sonntag in dem Gefängnis der Stadt El Porvenir im Zentrum des Landes mit Schusswaffen, Messern und Macheten gegenseitig attackiert, teilte ein Armeesprecher mit. Bereits in der Nacht zum Samstag hatten sich Häftlinge in einem Gefängnis der Hafenstadt Tela an der Karibikküste eine blutige Schießerei geliefert. Dabei wurden nach Angaben der Strafvollzugsbehörden ebenfalls mindestens 18 Menschen getötet. Weitere 16 Insassen wurden verletzt.

Chronisch überfüllte Gefängnisse

Präsident Juan Orlando Hernández hatte erst am vergangenen Dienstag Armee und Polizei die Kontrolle über die 27 Gefängnisse des Landes übertragen. Sie sind mit 21.000 Insassen chronisch überbelegt. Aus Protest gegen die schlechten Haftbedingungen kommt es regelmäßig zu Revolten. Viele Gefängnisse sind zudem fest in der Hand ihrer Insassen - zumeist Mitgliedern von Drogengangs, die ihre Rivalitäten auch hinter Gittern austragen. Die Chefs der Spezialeinheiten von Armee und Polizei gegen das Organisierte Verbrechen machten am Sonntag diese Gangs für die jüngste Gewaltwelle verantwortlich: Sie wollten auf diese Weise verhindern, dass sie die Kontrolle über die Gefängnisse - wahren "Ausbildungsstätten des Verbrechens" - verlören.Das zentralamerikanische Land leidet unter Drogen- und Bandenkriminalität, Armut und Korruption. Es zählt zu den gefährlichsten Ländern der Welt: Im vergangenen Jahr kamen 41,2 Morde auf 100.000 Einwohner.

(be/afp)

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