dpa

Hohe Preise für Sonnencremes

29.6.2019 18:58 Uhr

Trotz aller Warnungen vor Hautkrebsrisiken ist der Verbrauch der Bundesbürger an Sonnenschutzmitteln nach wie vor überschaubar. Doch gibt es große regionale Unterschiede, und sie haben nicht unbedingt mit der durchschnittlichen Sonnenscheindauer zu tun. Zudem müssen Konsumenten in Deutschland nach einer aktuellen Marktstudie für Sonnencreme, Selbstbräuner und ähnliche Produkte immer tiefer in die Tasche greifen. Passt das zu den Gesundheitswarnungen?

Der Durchschnittspreis für eine Packung Sonnenschutzmittel im Lebensmittelhandel und in Drogeriemärkten habe sich innerhalb von zwei Jahren um fast elf Prozent auf rund 3,90 Euro erhöht, berichtet das Marktforschungsunternehmen Nielsen in einer aktuellen Studie. "Die Verbraucher mussten im vergangenen Jahr fast 40 Cent mehr für die Sonnenprodukte zahlen als noch vor zwei Jahren", betonte der Nielsen-Kosmetikexperte Enrico Krien. Am teuersten ist der Sonnenschutz Nielsen zufolge ausgerechnet im sonnenverwöhnten Süden der Bundesrepublik.

Überschaubare Verkaufszahlen bei Sonnenschutzmitteln in Deutschland

Trotz aller Warnungen vor Hautkrebsrisiken ist der Verbrauch der Bundesbürger an Sonnenschutzmitteln allerdings überschaubar. Pro Kopf wurden zwischen Anfang Mai 2018 und Ende April 2019 im Lebensmittelhandel und in den Drogeriemärkten insgesamt gerade einmal 58 Millionen Packungen Sonnencreme, Aprés Sun und Selbstbräuner verkauft - also statistisch gesehen nicht einmal eine Packung pro Verbraucher. Trotz des Supersommers 2018 waren das 1,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Insgesamt summierten sich die Ausgaben der Deutschen für den Sonnenschutz auf über 226 Millionen Euro. Der Löwenanteil - gut 195 Millionen Euro - entfiel auf Sonnenschutzmittel. Für Aprés-Sun-Produkte gaben die Verbraucher rund 20 Millionen Euro aus. Für Selbstbräuner etwas über 10 Millionen Euro. "Unsere Zahlen zeigen, dass Selbstbräuner bei immer mehr Verbrauchern im Trend liegen. Während im Vorjahresvergleich weniger Sonnencreme und Aprés Sun gekauft wurde, landeten mehr Packungen Selbstbräuner im Einkaufskorb", sagte Krien.

Stuttgart hat keine Angst vor Sonnenbrand und Hautkrebs

Gekauft werden die Sonnenschutzmittel meist in Drogeriemärkten. Nach Angaben der Marktforscher haben sich dm, Rossmann und andere beim Verkauf von Sonnenschutzmitteln einen Marktanteil von über 70 Prozent gesichert. Erst mit weitem Abstand folgen Discounter und Verbrauchermärkte als alternative Einkaufsstätten auf den Plätzen zwei und drei.

Am häufigsten greifen nach Angaben von Nielsen die Verbraucher in der klimatisch begünstigten Region rund um Freiburg zu Sonnencremes. Schlusslicht beim Verbrauch von Sonnenschutzmitteln ist aber nicht etwa der kühle Norden, sondern der Großraum Stuttgart. Die sparsamen Schwaben kaufen laut Nielsen nicht einmal eine halbe Packung Sonnenschutzmittel, Aprés Sun oder Selbstbräuner pro Jahr.

(ce/dpa)

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