epa/Wallace Woon

Hohe Kosten durch Ausschluss der Türkei vom F-35-Programm

13.5.2020 13:18 Uhr, von Andreas Neubrand

Die Entscheidung der USA, die Türkei vom F-35-Programm auszuschließen, hätte erhebliche Konsequenzen für den Herstellungsprozess. Davor warnten nun Beobachter.

Laut dem US-Rechnungshof (GAO) gebe es Fortschritte bei der Senkung der Preise und der Steigerung der Produktion. Doch ohne die Türkei fürchte man weitere Versorgungsengpässe bei der Herstellung. Durch die Entscheidung der Trump-Regierung vom Juli 2019, die Türkei wegen des Kaufs des russischen Luftverteidigungssystems S-400 von dem F-35-Programm auszuschließen, "werden wahrscheinlich die Produktionsrisiken erhöht."

15 türkische Komponenten sind kritisch

Knapp über 1000 Teile werden in der Türkei für die F-35 hergestellt. Kritisch sind dabei 15 Komponenten, die derzeit nicht in der erforderlichen Produktionsart hergestellt werden können. Seit dem Aussetzen der Türkei muss das Programm zunehmend mit Verspätungen bei der Lieferung von Flugzeugteilen rechnen.

Auch der Plan, die türkischen Hersteller zu ersetzen, berge "Risiken", so die GAO: "Einige der neuen Lieferanten können erst im nächsten Jahr mit der erforderlichen Kapazität produzieren, da rund 10 Prozent neue Komponenten sind." Außerdem könnte sich durch den Verzicht auf türkische Produkte das ganze Programm verteuern.

Angst vor Spionage

Nachdem die Türkei in Russland das Raketenabwehrsystem S-400 gekauft hat, haben die USA die Türkei von dem F-35-Kampfjet-Programm suspendiert. Die USA fürchten, dass Russland über diesen Weg sensible Informationen über den Kampfjet erlangen können. Die Türkei argumentiert, dass das S-400-System nicht mit Nato-Equipment zusammen verwendet werde.

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