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Hoffenheim kickt Werder vom Platz

26.1.2020 18:07 Uhr

Für Werder Bremen - vierfacher Deutscher Meister, siebenmaliger Vizemeister und sechsfacher DFB-Pokalsieger bei zehn Finalteilnahmen - gerät immer tiefer in den Abstiegsstrudel der Bundesliga. Man als 16. der Tabelle nur noch mickrige zwei Punkte Vorsprung vor dem SC Paderborn auf einem direkten Abstiegsplatz. Die derbe 0:3-Heimpleite gegen die TSG Hoffenheim war nah einem fußballerischen Offenbarungseid des Klubs von der Weser.

Nach dem Abpfiff herrschte im Bremer Weserstadion gespenstische Stille, viele Zuschauer ergriffen ernüchtert die Flucht - nur die hartgesottenen Fans spendeten den konsternierten Werder-Spielern noch ein bisschen Trost. Doch nach der 0:3 (0:0)-Niederlage gegen die TSG Hoffenheim schlichen der glücklose Kapitän Davy Klassen und Co. frustriert in die Kabine. "In der ersten Halbzeit haben wir es gut gemacht. Bis zum Sechzehner waren wir dominant, aber der letzte Schritt hat gefehlt", sagte Klaassen, der genauso unglücklich wie kurios zum 0:1 ins eigene Tor getroffen hatte und damit die vierte Heimniederlage in Serie einleitete, bei Sky: "Ich weiß auch nicht. Letztes Jahr war das unsere Stärke, dass wir hier fast nie verloren haben."

Sieg gegen Düsseldorf gnadenlos verpufft

Christoph Baumgartner (79.) und Sargis Adamyan (83.) sorgten dann dafür, dass eine Woche nach dem Sieg beim direkten Abstiegskandidaten Fortuna Düsseldorf die Tristesse an die Weser zurückkehrte. "Das Ergebnis ist natürlich komplett daneben. Bis zum 0:1 sind wir die aktivere Mannschaft. Dann hauen wir uns zwei Tore selbst rein, dann war es schwierig, zurückzukommen", sagte Kevin Vogt, der erst in der Winterpause von der TSG nach Bremen gewechselt war. "Wer geglaubt hat, dass wir in vier, fünf Spielen da unten raus sind, wurde heute eines Besseren belehrt", betonte Maximilian Eggestein.

Eine Woche nach dem Sieg in Düsseldorf präsentierte sich Werder wieder nicht zielstrebig genug - trotz des Einsatzes von Abwehrchef Vogt nach dessen Gehirnerschütterung. Die Quittung: Mit nur 17 Punkten nach 19 Spielen hängt Werder im Tabellenkeller fest und bleibt das schlechteste Heimteam der Liga. Hoffenheim verbesserte sich nach dem fünften Erfolg aus den letzten sechs Auswärtsspielen auf Platz sieben.

Harmlose Bremer leichte Beute für die TSG

Vor 40.000 Zuschauern war Bremen das Engagement nicht abzusprechen, aber es gelang längst nicht alles - vor allem in der Nähe des TSG-Tors war Werder viel zu harmlos. Schlechter als Hoffenheim präsentierten sich die Hausherren aber auch nicht, Werder suchte stets den Vorwärtsgang und bemühte sich, Druck aufzubauen. Echte Highlights bekamen die Zuschauer aber erst einmal nicht zu sehen. Tempo? Kreativität? Kombinationen? Über ganz weite Strecken auf beiden Seiten Fehlanzeige. Und so lebte die Partie von der Spannung - sowohl Werder und Hoffenheim wollten den Sieg, die Hausherren in der zweiten Hälfte vielleicht noch etwas mehr, besonders der quirlige Milos Rashica sorgte für gute Momente.

Doch Werder kam über gute Ansätze eigentlich nicht hinaus. Und dann passierte es, fast folgerichtig nach einer Ecke. Die Bremer konnten nicht klären, Klaassen machte eine unglückliche Figur und bugsierte den Ball über die eigene Torlinie. Werder zeigte sich dennoch wenig geschockt und hatte durch Rashica (68.) schnell die Möglichkeit zum Ausgleich, sein Schuss wurde aber noch geblockt. Mit zunehmender Verzweiflung, aber auch ohne Plan rannten die Hanseaten weiter an. Und so öffneten sich die Räume für Hoffenheim, Baumgartner und Adamyan machten in der Schlussphase nach Kontern dann alles klar.

(ce/afp)

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