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Hoeneß beklagt Aderlass der Ost-Klubs

8.11.2019 18:33 Uhr

Uli Hoeneß, scheidender Präsident des deutschen Rekordmeisters und Rekordpokalsiegers FC Bayern München, hat sich in einem Interview zum 30. Jahrestag des Mauerfalls geäußert - und das sehr deutlich. Rückblickend empfindet er gerade die Transferpolitik der West-Klubs gegenüber den Ost-Vereinen als Ausbeutung und sieht den Kahlschlag, den der Ost-Fußball schon am Tag der Wende hinnehmen musste. Auch der DFB bekommt vom Bayern-Präsidenten sein Fett weg.

"Jahre der Ausbeutung waren das, klar. Das war wie ein Kahlschlag. Und eigentlich hätte der DFB den Beschluss fassen müssen, dass man fünf Jahre keinen Spieler aus dem Osten kaufen darf", sagte Hoeneß. Rund 150 Spieler seien nach Recherchen der Zeitung in den ersten fünf Jahren nach dem Mauerfall von Ost nach West gewechselt, dabei auch die Talentiertesten.

Reiner Calmund als Großeinkäufer

Konkrete Vorwürfe machte Hoeneß Reiner Calmund, damaliger Manager von Bayer Leverkusen, der mit seiner legendären Einkaufstour am Tag nach dem Mauerfall begann und Spieler wie Andreas Thom und Ulf Kirsten zum Werksklub holte. "Der Calmund hat ja en gros eingekauft und übrigens versucht, auch an uns Spieler zu vermitteln", sagte Hoeneß. Bayern habe sich indes zurückgehalten. "Also, wir beim FC Bayern haben uns an diesem Ausverkauf ganz bewusst nicht beteiligt. Wir hatten beschlossen, dass wir uns an der Fledderei nicht beteiligen und den ostdeutschen Vereinen nicht die Spieler wegnehmen", sagte Hoeneß.

"Für den Fußball in der DDR war das natürlich eine Katastrophe", sagte Union Berlins Präsident Dirk Zingler der Zeitung in dem Doppelinterview über die Jahre im Osten nach dem Mauerfall. "Staat weg. Betrieb weg. Klub weg. Das waren ja im Endeffekt alles Klubs, die an irgendwelchen Betrieben hingen", betonte Zingler. Der Osten habe Anfang der 90er Jahre da begonnen, wo die Bundesliga 30 Jahre zuvor angefangen hatte.

(ce/afp)

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