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Hitlers Geburtshaus - 1,5 Millionen Euro für enteignete Besitzerin

7.2.2019 17:46 Uhr <h3>

Nachdem im österreichischen Braunau die letzte Besitzerin des Hitler-Geburtshauses enteignet wurde, klagte sie auf eine deutlich höhere Entschädigung als angedacht war. Laut Gericht soll Österreich ihr 1,5 Millionen Euro zahlen.

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Wie die Nachrichtenagentur APA am Mittwoch unter Berufung auf einen Zeitungsbericht meldete, entschied das Landgericht Ried im Innkreis, dass der Frau mehr als 1,5 Millionen Euro zustehen. Bisher hatte der Staat ihr 310.000 Euro zugestanden. Dagegen hatte die Frau geklagt.

Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Laut APA hat die Finanzprokuratur, die den österreichischen Staat anwaltlich berät, noch nicht entschieden, ob sie in Berufung gehen wird.

Von Hitlers Geburt bis zur Behinderteneinrichtung

Die Enteignung selbst war im vergangenen Juni vom österreichischen Verfassungsgericht als rechtmäßig bestätigt worden. Dagegen läuft allerdings noch eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Hitler hatte bis zu seinem dritten Lebensjahr in dem Haus in Braunau gelebt. Seit den 70er Jahren war das Gebäude an das Innenministerium vermietet und wurde zuletzt als Behinderteneinrichtung genutzt. Seit dem Jahr 2011 steht das Gebäude leer. Das österreichische Parlament hatte im Dezember 2016 die Enteignung des Hitler-Geburtshauses per Gesetz ermöglicht. Die Regierung wollte damit verhindern, dass das Haus von Neonazis genutzt wird.

(sis/afp)