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Historiker verlangen Rücktritt von AfD-Politiker

25.11.2019 14:26 Uhr

Weil er für ein revisionistisches Denkmal für Weltkriegssoldaten und Freikorpskämpfer in Polen gespendet hat, soll der Bundestagsabgeordnete der AfD, Stephan Protschka, seinen Rücktritt erklären. Das haben nun mehrere Historiker gefordert. "Dieser Gedenkstein ist eine unerträgliche und skandalöse Verherrlichung nationalsozialistischer und rechtsextremer Verbände sowie ein nicht hinnehmbarer Affront gegenüber Polen", heißt es in einem am Montag versendeten offenen Brief, über den zunächst der in Berlin erscheinende "Tagesspiegel" berichtet hatte.

Initiiert wurde der Rücktrittsappell von Professor Michael Wildt von der Humboldt-Universität Berlin und dem Leiter der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, Jens-Christian Wagner. Wagner hatte bereits in der vergangenen Woche Strafanzeige im niedersächsischen Celle wegen des Verdachts der Volksverhetzung erstattet. Er sei über den Vorgang entsetzt, sagte er am Montag der Deutschen Presse-Agentur in München. Inzwischen ermittelt der Staatsschutz wegen des Denkmals.

"Für das, was auf dem Denkmal steht, kann ich nichts"

Protschka sagte der dpa: "Für das, was auf dem Denkmal steht, kann ich nichts." Mit ihm sei ein anderer Text abgesprochen gewesen, der auf einem kleinen Schild stehen sollte und nicht ein großer Grabstein. Die Rücktrittsforderung sei daher lachhaft. Darüber hinaus habe er sich bereits schriftlich beim polnischen Botschafter für den Vorfall entschuldigt und angeboten, die Kosten für den Abbau zu übernehmen. Der Stein sei ohnehin schon verschwunden, sagte der bayerische Abgeordnete.

(an/dpa)

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